Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Bienenvergiftung starken Ausmaßes in den Gemeindegebieten Würselen und Alsdorf

Würselen-Euchen, den 13.11.2011

Am Donnerstag, dem 07.Juli 2011, kam es zu einem plötzlichen massiven Bienensterben in der Feldmark um Euchen bis nach Ofden und Broich hin. Ausnahmslos alle dort befindlichen Bienenstände waren betroffen.

Im Verlaufe des Morgens häuften sich vor den Bienenstöcken die toten und sterbenden Bienen. Zu Tausenden lagen sie teils in dicken Schichten vor ihren Behausungen. Inzwischen wissen wir, dass die Bienen vergiftet wurden.

In den Morgenstunden des Donnerstag, zur Hauptflugzeit der Insekten, wurde in der Feldflur um Euchen ein starkes Insektengift ausgebracht.

Sicher sind einige Gesichtspunkte guter landwirtschaftlicher oder gärtnerischer Praxis nicht beachtet worden. Grundsätzlich ist bekannt, wie und in welcher Form Spritzmittel wirken, auch was Bienen und sonstige schützenswerte Organismen anbetrifft, Marienkäfer, Florfliegen, Schwebefliegen, Hummeln, Solitärbienen und viele mehr. Niemandem wäre das verheerende Geschehen aufgefallen, wenn nicht die Imker vor ihren Stöcken die Kalamität entdeckt hätten.

Was war geschehen?

Am Morgen des 07.Juli entdeckte der Berufsimker Geller auf seinem Betriebshof in Euchen unzählige tote und sterbende Bienen. Er beobachtete einen Landwirt, der mit seinem Spritzgerät ausfuhr. Er folgte ihm und merkte sich die behandelten Flächen. Darauf benachrichtigte er benachbarte Imker, welche den Befund (tote/sterbende Bienen in großer Zahl) an ihren Ständen bestätigten. Die zuständige Außenstelle des Pflanzenschutzdienstes (Referat 32) der Landwirtschaftskammer in Düren wurde benachrichtigt. Leider waren alle verfügbaren Mitarbeiter auf Exkursion und nicht erreichbar. Die Zentrale in Bonn versprach eine Überprüfung am folgenden Montag. Dies erschien den Imkern für eine Beweissicherung zu spät. Ein herbeigerufener, neutraler Bienensachverständiger aus Aachen nahm zusammen mit einem betroffenen Imker auf zwei Ständen Bienenproben und auf drei Kartoffeläckern Pflanzenproben. Er sprach auch mit dem besagten Landwirt. Dieser gab an, nur ein als für Bienen ungefährlich klassifiziertes Fungizid, Infinito (B4), versprüht zu haben. Weitere Bienen- und Pflanzenproben wurden durch andere Imker unter Mithilfe der Polizei genommen und auch noch unter Aufsicht der Polizei verschickt.

 

Alle Pflanzen- und Bienenproben wurden noch am gleichen Tag zur Analyse an das Julius-Kühn-Institut in Braunschweig eingesandt.

Am folgenden Montag, 11.07., inzwischen war auch etwas Regen gefallen, sammelte ein Vertreter der Landwirtschaftskammer ebenfalls Proben von Kartoffeläckern zur Analyse ein. Die Spritzpläne der Bauern des fraglichen Gebietes wurden überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass einer der Landwirte ein zugelassenes Mittel unsachgemäß eingesetzt hatte.

Mitte Oktober stand dann das Ergebnis der Analyse des J-K-Instituts fest: Das Insektizid Jaguar, Wirkstoff Dimethoat, ließ sich in allen Proben, stärker in denen vom 07.07. als denen vom 11.07., immer in Kombination mit dem Fungizid Infinito, in tödlicher Dosis nachweisen. Der Landwirt kam nicht umhin, auf Grund der Beweislage sein Fehlverhalten einzugestehen.

Was zog die Bienen nun an den Kartoffeläckern an? Die Kartoffelblüten dürften es auf Grund ihres Aufbaus eher nicht gewesen sein!

Zu dieser Jahreszeit finden die Bienen in der Bördenlandschaft mit ihren intensiven Ackerkulturen kaum noch blühende Pflanzen. Sie suchen dann auch andere Futterquellen auf. Sind z.B. Kartoffelpflanzen, auch Zuckerrüben, stark von Blattläusen befallen, bilden die Ausscheidungen der Läuse auf den Blättern einen zuckrigen Überzug, den Honigtau, den Bienen und viele weitere Insekten aufsuchen. Wird dann zum falschen Zeitpunkt mit dem falschen Mittel gespritzt, ist die Auswirkung katastrophal.

Sicher wäre es möglich, im kommunalen Bereich und in den Hausgärten blühende Ersatzflächen zu schaffen, aber da hat das Umdenken erst begonnen.

Was wir brauchen, sind „blühende Landschaften“, auch im Spätsommer und im Herbst.

 


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