Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Winter im Frühling


Würselen-Euchen, den 07. April 2013


Liebe Imkerfreunde,

Anfang März (04. bis 10.03.) beobachtete ich meine Bienen beim Sammeln an Schneeglöckchen, Krokus, Kornelkirsche, Hasel, Schwarzerle und Schneeheide.

Dann kam der Winter zurück und hatte uns faktisch bis zum gestrigen Tag im Griff.

Irgendwann in der letzten Woche zeigte sich die Sonne. Trotz scharfen Windes und Temperaturen zwischen 6 und 7° traf ich Bienen in geschützten Lagen auf Schneeheide, Krokus und Nieswurz an.

Dann erlebten wir Freitag und Samstag wieder echten “November“, kalt, trübe, usselig. Die Bienen zwang es wieder in die Traube, wie auf den Windeln zu erkennen war.

In geschützter Tallage sah ich am Samstag (06.04.) neben blühendem Huflattich die ersten offenen Kätzchen der Salweide – gelb, also Staubbeutel (Salix caprea mas).

Heute schien die Sonne bei 11°C Höchsttemperatur. An den Fluglöchern herrschte Hochbetrieb. Die Bienen sammelten auf noch vereinzelt blühenden Krokussen in unserer Wiese (Crocus tommasianus), stark auf Nieswurz (Helleborus foetidus) und Schneeheidesorten von weiß über hellrosa bis dunkelrosarot (Erica carnea). Schneeglöckchen, Hasel, Schwarzerle und Kornelkirsche sind ganz oder fast ganz abgeblüht.

Übrigens, C. tommasianus eignet sich hervorragend für eine Auswilderung unter Gesträuch im Garten.


 


Was tun, wenn die Salweide blüht?

In normalen Jahren, sofern es die gibt, würde es jetzt heißen: Einzarger mit einer Zarge Mittelwände und ausgebauten Leerwaben erweitern, Völker von überschüssigem Winterfutter befreien und noch vorhandenes Altwabenmaterial aus dem unteren Raum von Zweizargern entfernen. Hier ist jetzt meist noch viel leeres Wabenmaterial. Bei einsetzendem Flugwetter Mäusegitter und Keile entfernen, damit die Bienen Totenfall und Gemüll herausschaffen können.

In diesem Jahr sind wir wahrscheinlich ein wenig zögerlich. Vermutlich wird demnächst die Salweide explodieren, werden Kirschpflaumen und Schlehen erblühen. Dann müssen wir doch handeln. Dabei ist die Volksstärke zu beachten.

Die Völker sind trotz der ungünstigen Witterung gewachsen, aber nicht so stark wie in günstigen Jahren. Zudem sind die Winterbienen an ihrer Lebensgrenze. Wir sind weit im Jahr. Alte Bienen werden jetzt vermehrt wegsterben. Bei intakten Völkern findet sich nun aber Brut in allen Stadien. Man kann davon ausgehen, dass Völker, die zu diesem Zeitpunkt noch fliegen, die Durchlenzung schaffen (für Futterreserven siehe „Imkerliche Praxis“, Jan./Feb. und März).

Wir sollten dringend in kürzeren Abständen kontrollieren und angemessen handeln. Setzt Flugwetter ein, muss das Winterfutter bis auf Notreserven raus und dosiert Raum gegeben werden.

 

Auf geht´s! Gruß Heribert

 

PS: Die Beiträge Januar/Februar und April/Mai aus „Imkerliche Praxis“ wurden stark überarbeitet. Hoffend, dass die Hinweise auch für Ungeübte so leichter handhabbar sind.

 

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