Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

vom Tage 13.5.2013

Euchen, den 13.05.2013

 

Liebe Imkerfreunde,

 

nun machen uns unsere Damen ordentlich Dampf. Ich musste bei einem Volk schon die Notbremse ziehen.

Aber der Reihe nach!


Die Völker wachsen jetzt, wie erwartet, rapide – wenn auch nicht alle gleichermaßen. Raps und Apfel stehen in voller Blüte, auch viele Kräuter, die beflogen werden, blühen – Erdbeeren und Bärlauch z. B. Der Weißdorn wird bald erblühen, blüht in wärmeren Lagen wohl schon.

Bei der Durchsicht meiner Völker am 03.05. war noch alles ruhig, glaubte ich. Da ich in Trögen (Zandermaß) imkere, hatten die schwächeren Völker noch keinen Honigraum nötig. Die letzte Ration Winterfutter wurde gegen Mittelwände getauscht. Die Drohnenrahmen waren durchgehend ausgebaut und voll Brut, einiges konnte ausgeschnitten werden. Ein Trog war reif für den zweiten Honigraum, der in diesem Fall hinter den ersten gesetzt wurde. Sie fassen je acht Waben und passen auf meine je siebzehn Waben fassende Tröge (Eigenbau). Ich bin noch in der Erprobungsphase (1.Jahr). Es ist aber auch möglich, einfach Hohenheim(Liebig)zargen aufzusetzen. Dann wird die Restfläche mit einem kurzen Deckel abgedeckt. Bewährt sich die Verfahrensweise, werde ich zu gegebener Zeit ausführlicher berichten.

 

 

 Bild 1: Trog-Eigenbau


 

  Bild 2: Trog-Eigenbau mit HR-Aufsatz


 

  Bild 3: Blick durch die Folie

 

 

Trogbeute Marke „Eigenbau“ mit zwei Aufsätzen, je acht Waben in jeder Zarge

 

Von Christi Himmelfahrt bis Sonntag war ein Besuch der Verwandtschaft am Bodensee eingeplant.*

Um sicher zu gehen, warf ich am 08.05. noch einen kurzen Blick in die Völker, setzte, wo noch nicht geschehen, Honigräume auf und schaffte mittels Mittelwänden Platz im Trog. Schwarmstimmung war zunächst nicht zu beobachten. Ein Volk war allerdings sehr unruhig. Im Gewusel erhielt ich drei Stiche. Da mir auch das Brutnest nicht gefiel, habe ich dieses Volk für eine rasche Umweiselung vorgesehen.

Bei meinem stärksten Volk erlebte ich dann eine Überraschung. Bei der Überprüfung der Brutwaben entdeckte ich eine Weiselzelle mit einer schon recht prallen Rundmade, gut versorgt mit Futter. Dazu fand ich noch ein Näpfchen mit Stift. Da muss am 03.05. etwas übersehen worden sein.

Da ich für die nächsten drei Wochen noch mit Tracht rechnete, entschied ich mich für die ganz sichere Schiene: weiselrichtiger Ableger! Das Volk kann aus der Schwarmzelle eine Königin ziehen. Nach der 30-Tage-Regel (Ei zu Ei) dürfte, falls alles klappt, Ende Mai, Anfang Juni eine stiftende Königin im Volk sein. Im Laufe des Mai muss immer weniger Brut betreut werden und immer mehr Bienen können sich um die Tracht kümmern. Das nennt man Brutbeschränkung. Bienen, die keine Ammendienste leisten müssen, sollen länger leben. Daraus kann man, wenn man so will, ein System machen.

Da mir die Königin in ihren Eigenschaften gefällt und im Sommer 2012 schlüpfte, habe ich sie in einen Ableger gebracht. In der kleinen Einheit wird sie zunächst geschont. Sie reduziert die Eiablage und passt sie der Pflegekraft des Ablegervölkchens an.

Das habe ich so gebildet: 2 Brutwaben mit überwiegend verdeckelter Brut, 1 Leerwabe, 1 Mittelwand, 1 Wabe mit offenem Futter (Feuchtigkeit), 1 verdeckelte Futterwabe

Der Ableger wird sukzessive mit Mittelwänden erweitert und der Futtervorrat beobachtet, gegebenenfalls ergänzt.


*Die Fahrt an den Bodensee und zurück ging im wahrsten Sinne des Wortes diurch blühende Landschaften. Die Bahndämme waren gesäumt von blühenden Traubenkirschen, von Weißdorn, von Flieder in weiß und violett, von Glyzinien in zartem Lila. Die Felshänge am Mittelrhein schmückte der blühende Weißdorn, der gelb leuchtende Ginster und wieder auch die lila Schleier der Glyzinien.

Am Bodensee erwartete dann den Betrachter ein Meer von Apfelblüten. Als Imker ertappt man sich immer wieder einmal bei der Überlegung, wo wohl der günstigste Platz zum Aufstellen der Völker wäre.

 

Herzliche Grüße

 

Heribert


Ein paar Frühlingsbilder....

Bild 4: blühende Apfelbäume

Bild 5: blühender Bärlauch

Bild 6: gemeine Traubenkirsche

 

Nächste Termine

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!

Nach oben