Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Januar / Februar

Noch hält sich der Arbeitsaufwand in überschaubaren Grenzen. Trotzdem sollte der Imker ab und an seinen Stand besuchen. Gemüll- und Fluglochkontrollen geben Aufschluss, ob grundsätzlich alles in Ordnung ist.


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Abb. : Winterheide – Erica carnea: gern beflogene Trachtquelle zwischen Winter und Frühling


Kehrt bei gutem Flugwetter (> + 10°C) pro Sek. eine Biene heim, ist das Volk in Ordnung (Aumeier). Ein gutes Zeichen ist auch Polleneintrag (i. d. Regel Brut i. Vo.).

Unruhiger Betrieb ohne Polleneintrag lässt an Räuberei denken. Hier hilft nur Fluglocheinengung und stete Kontrolle. Die Fluglöcher müssen ansonsten unbedingt offen sein, damit kranke und altersschwache Bienen abfliegen und bei Gelegenheit die gesunden Bienen ihren Reinigungsflug starten können.

Verkotete Flugbretter und Fronten lassen auf Nosema oder Amöbenruhr schließen. Unternehmen kann man zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum etwas. Diese Erscheinungen gelten als Faktorenkrankheiten, die bei steigenden Außentemperaturen, vermehrtem Flugwetter und dem in Gang kommenden rascheren Bienenaustausch meist von selber verschwinden (siehe dazu Menü „Fachbegriffe“, dort “Nosema“).

Kranke Völker und übermäßig von Varroen parasitierte Völkchen sollte man nicht zu anderen Völkern geben (7-Tage-Windel-Test).

Verkotung und Unruhe kann auch bei Verlust der Königin auftreten (Kennzeichen: fehlende Brut [kein untrügliches Zeichen], Buckelbrut). Da der Imker meist nicht weiß, wann die Königin verloren ging, sollte er das Volk bei Flugwetter (ab +10°C) über eine Schräge dem Nachbarvolk zulaufen lassen. Dabei wird das Flugloch des annehmenden Volkes so verengt, dass die Wächterbienen des annehmenden Volkes die Kontrolle behalten und nur immer eine überschaubare Anzahl Bienen einlaufen kann. Man verhindert auf diesem Wege, dass schon vorhandene Afterweiseln (umfunktionierte, unbegattete Arbeiterinnen) des weisellosen Volkes die Königin des annehmenden Volks gefährden. Die Afterweiseln werden von den Wächterbienen nicht eingelassen.

Ehe man abkehrt, rückt man die Waben ein wenig auseinander, gibt Rauch und wartet, bis die Bienen Honig aufgenommen haben, setzt die Beute beiseite und rückt die Nachbarbeute in die Mitte der beiden ursprünglichen Standplätze. Sollte im abzukehrenden Volk noch Reste Brut sein, hängt man diese besser nicht zu, sondern vernichtet sie, um so die in der Brut schmarotzenden Varroen zu eliminieren.

Wem das zu aufwändig ist, kann auch einfach ein Volk mit Königin auf das weisellose setzen, das geht in aller Regel gut. Bei vorhandener Buckelbrut in jedem Fall Methode Zulaufenlassen anwenden.

Sobald bei steigenden Temperaturen und anhaltendem Flugwetter (konstant >10°C) genügend Betrieb im Volk ist, können auch die Mäusegitter entfernt werden. Vor allem bei Sonnenschein fliegen die Bienen schon ab +8° (Grenzbereich).


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Abb.: Wintertraube Mitte 3, 2013, ein später Frühling, am Karfreitag, 29.03. Schneefall


Ausreichend starke Völker werden Anfang Februar noch vier Wabengassen besetzen, was ca. 4000 Bienen entspricht. Kleine Völker, sofern gesund, können zum Aufsetzen auf mittelstarke Völker vorgemerkt werden. Das Gitter nicht vergessen! Wir bekommen so ein Volk mit zwei Königinnen. Zum Zeitpunkt des Aufsetzens müssen aber beide Königinnen in Brut sein, sonst funktioniert es meist nicht (Westerhoff, DBJ 10/2013). Die aufgesetzte Einheit erstarkt in den Folgewochen überproportional, weil sie von den Ammenbienen der stärkeren Einheit profitiert. Der untere Teil verliert jetzt an Dynamik. Der Doppelpack sollte aber auf vier, max. sechs Wochen beschränkt werden. Hat der obere Teil sich erholt, kann man ihn wieder separat führen. Er verliert dann natürlich die Flugbienen an den unteren Teil, der am angestammten Platz bleibt. So haben wir im Endeffekt zwei etwa gleichstarke Völker.

Aufsetzen von Schwächlingen auf starke Völker macht keinen Sinn, weil es schwarmtreibend wirkt.

Vorausschauende Imker, die im Herbst ausreichend eingefüttert haben, können in der Regel jetzt noch zuwarten. Bis zur Salweiden- bzw. Stachelbeerblüte, meist Mitte März, lässt man die Völker in Ruhe.

Die Völker sind jetzt im Nachwinter und Vorfrühling in der aufsteigenden Linie. Mit zunehmender Bruttätigkeit steigt der Futterverbrauch. Völker verhungern rasch, wenn die Vorräte erschöpft sind.

Aumeier/Liebig empfehlen 20 kg für die Herbstauffütterung, was bei hiesigen klimatischen Verhältnissen (170 bis 200 m NN, submarin) nach unserer Erfahrung nicht erforderlich ist. 12 bis 14 kg Winterfutter (6 bis 7 voll gefüllte Zanderwaben [DNM 7 bis 8]) dürfen es, je nach Sicherheitsbedürfnis schon sein.

Frau Dr. Aumeier schreibt, dass stärkere Völker Anfang Februar noch 10 kg Futter haben sollten. Auch hier gilt für unsere Situation, dass es durchaus weniger sein kann. In dieser Phase muss man ohnehin die Futtersituation im Auge behalten. Verzehren die Völker im Winter unter einem Kilo pro Monat, steigt der Futterbedarf im Februar, abhängig vom Brutansatz, u.U. auf drei Kilo/Mo. an.

Man sollte davon ausgehen, dass ab September mehr Futter gezehrt wird, als die Bienen eintragen, sofern nicht Senf-, Ölrettichschläge oder größere Bestände des Ind. Springkrauts im Flugbereich wachsen.

Faustregel: Die Monate mit "r" am Ende, sind Zehrmonate.


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Abb.: Indisches Springkraut – Inpatiens glandulifera, manchmal im August, September noch eine späte Tracht


Ca. 1000 g pro Monat von Sept. bis Jan. summiert, ergeben einen Mindestbedarf von 5 kg Futter. Rechnen wir nun bis zur Tracht für Febr. und März – Salweide Mitte März, Kirschpflaume und Kornelkirsche Ende März, Anfang April, Vogelkirsche, Raps Ende April, Anfang Mai – noch 6 kg hinzu, sind wir bei 11 kg Mindestfutterbedarf und haben genügend Sicherheitsreserve (z. B. für warme Sept. und Okt., wo dann mehr gezehrt wird als 800 g.).

In Frostperioden sinkt der Verbrauch auch ab bis auf 600 g, auf den Monat gerechnet.

Ab der Weidenblüte wird aber bei günstigen Bedingungen wieder nennenswert eingetragen. Die Notversorgung muss in jedem Fall gewährleistet sein. Wer, aus welchen Gründen auch immer, den Eindruck gewinnt, dass die Futtervorräte zu Ende gehen, sollte handeln.

Bei freistehenden Magazinbeuten kann man den Futtervorrat durch Ankippen abschätzen. Dazu hebt man alle Beuten an und schaut in der leichtesten nach. So bekommt man eine Vorstellung von der Lage.

Unser Imkerfreund Dietmar Bothe wendet folgende, sichere und im Endeffekt zeitsparende Methode an, um den Überblick zu behalten: Er füttert nach der Sommerschleuderung pro Volk mit 15 kg Sirup ein (ein Fünftel Verarbeitungsschwund, ± 3 kg) und wiegt die Beuten im gekippten Zustand (rechts/links ankippen, Werte zusammenzählen) mit der Federzugwaage und notiert den Gesamtwert je Volk. So ist er sicher, dass die Völker gut versorgt sind. Will er im Frühjahr den Zehrstand ermitteln, geht dies zügig mit der Kippwiege-Methode.

Ist Kippen nicht möglich, schaut man von oben in die Beute. Sieht man Futterkränze, besteht noch keine unmittelbare Gefahr. Eventuell einige Waben anheben (im bienenfreien Bereich beginnen) und bei Futterlücke zum Bienensitz die Futterwaben näherrücken.


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Abb. links: Futterkränze, Ende 3, 2013; Abb. rechts: Futterwaben, hier noch Ende 3, 2013


Um einigermaßen sicher zu sein, sollten noch Futterflächen in der Summe von einer vollen Futterwabe (Zandermaß) vorhanden sein. Das sind etwa 3 kg und reicht im Extremfall für 14 Tage. Gefährdete Völker rettet man durch Einhängen oder Umhängen von Futterwaben aus dem Vorrat oder aus gut versorgten Völkern. Geht das nicht, muss in Schlechtwetterphasen (nass und/oder kalt) mit der Futtertasche mittels Sirup (schon invertiert) oder Zuckerwasser 3 : 2 (3 Teile Zucker, 2 Teile Wasser) dicht am Bienensitz oder bei Beuten mit hohem Boden auch in einem flachen Gefäß unter der Traube gefüttert werden. Handwarm ist kein Fehler!


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Abb. links : Prinzip der Notfütterung im hohen Boden. Das Gefäß sollte möglichst im Bereich der Traube dicht unter den Rähmchenunterträgern positioniert werden, allerdings mit etwas Spiel. Mögliche Wachsanbauten dürfen nicht ins Futter reichen. Das gilt natürlich auch für eine möglicherweise durchhängende Wintertraube. Man stellt das Gefäß dann eben etwas seitlich in Reichweite.

Abb. rechts: Notfütterung funktioniert natürlich auch zur Not von oben! Man legt am besten eine Honigfutterteigspur zum leichteren Auffinden. Nachteilig ist der etwas weitere Weg zum Futter wegen des Verkühlens. Am besten wartet man eine etwa mildere Wetterphase ab und gibt nicht zu viel auf einmal.


Im Winter oder zeitigen Frühjahr können bei Flugwetter auch kleine Portionen Futterteig oder fester eigener(!) Honig (sonst Ansteckungsrisiko) über dem Bienensitz gegeben werden. Die Bienen müssen Wasser holen können. Das kann bei grenzwertigem Wetter riskant sein. Die Flüssigfütterung ist etwas aufwändiger, aber sicherer!

Ein Liter Flüssigfutter reicht zunächst. Man will ja nicht die kommende Tracht verfälschen (600 g Kristallzucker und 400 ml Wasser ergeben ca. einen Liter).

Zweizargige, schwache Völker können an einem Flugtag auf eine Zarge eingeengt werden. Sicher besteht auch die Möglichkeit, leere, dunkle Altwaben zu entnehmen.

Dabei sollte die bestehende Nestordnung möglichst geschont werden.


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4 "zweckentfremdete" Quarkbehältnisse, je 500 ml fassend, mit Styroporschwimmern, funktioniern ohne "Wasserleichen!"

 

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