Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Der Vorfrühling

Euchen, den 4. März 2012

Unsere Immen richten sich nicht nach dem astronomischen Kalender. Als Teil der Natur folgen sie den Bedingungen von Klima und Landschaft. Daher ist es für den Imker auch sinnvoll dem phänologischen Kalender der Botaniker und Zoologen Augenmerk zu schenken (siehe Fachbegriffe).

Wir befinden uns danach im Vorfrühling, der Corylus – Leucojum - / Hasel – Milchstern - Phase DIERSCHKE (1995).
Gestern, 03.03., wurden nach meiner Beobachtung Hasel und Schwarzerle stark beflogen (ockerfarbene Pollen). Aber auch auf Crocus (orange Pollen) Schneeglöckchen (beigegrünliche Pollen) und Nieswurz - Helleborus foetidus (hellbeige Pollen) sah ich Sammlerinnen. Schneeheide – Erica carnea  wird jetzt ebenfalls von den Bienen aufgesucht (04.03.).

Ende Januar setzte eine Frostperiode ein, welche die Völker wahrscheinlich zwang, die Brutaktivitäten zu drosseln. Zwar zeigte das Thermometer seit dem 13. 02. wieder Werte über 0, diese blieben aber bei feuchtem Wetter durchweg im niedrig einstelligen Bereich. Am 03.03. ergab die Stichprobe bei einem Volk Brut bis zum Rundmaden-Stadium. Hier wird deutlich, dass die Legetätigkeit der Königin erst wieder in der letzten Februar-Dekade eingesetzt hat. Auffällig war auch, dass zwei von drei Völken stark Pollen eintrugen (03.03.), eines nicht, obwohl es das stärkste Volk ist und reger, gleichmäßiger Flugverkehr herrschte.

Am 23.02. hatten wir bei schwacher Luftbewegung und zeitweise Sonnenschein über Mittag 9,5°C (Börde, 171 m NN). Die Völker riskierten einen Reinigungsflug. Dies war wohl auch dringend geboten, denn das zuletzt genannte Volk hatte anschließend etwas unstrukturierte Kotspritzer auf dem Flugbrett – wahrscheinlich Nosemabefall. Das scheint gegenwärtig aber behoben. Die stärker erkranken Bienen sind vermutlich abgeflogen.

Sobald Fugwetter herrscht und die Temperaturen um 15° liegen, steht bei diesem Volk eine Überprüfung des Brutnestes an. Finde ich verdeckelte Arbeiterinnen – Brut, wird gleich wieder verschlossen. Bis zur Salweidenblüte lasse ich die Völker in Frieden. Dann muss aber zu Beginn der Salweidenblüte das überzählige Winterfutter zügig raus – ca. 4 kg Notration belassen, weil Witterungsrückschläge immer möglich sind.

Heute Morgen hatten wir milde 13,5° und verschleierte Sonne. Die Bienen flogen heftig. Gute Gelegenheit durch kurzen Blick in die Völker den Futtervorrat zu kontrollieren.

Gruß
Heribert

 

 


Nach oben