Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Mitte April 2012

Würselen-Euchen, den 14.04.2012

Das Wetter bleibt auch über die Monatsmitte hinaus eher kühl. Günstigstenfalls war es bisher stundenweise, wenn denn die Sonne schien, auch einmal 14 °. Meist bewegten sich die Temperaturen aber unter 10 bis 11, 12, gestern bis 13°. Selbst bei diesen Werten  beobachtete ich zeitweise regen Flugbetrieb.

Man findet allenthalben Bienen die sich  zu Rast niederlassen und erstarren, auch ganz junge, noch pelzige. Hält man sie eine Weile in der Hand, löst sich nicht selten die Erstarrung und sie fliegen davon. Dieses grenzwertige Wetter kostet so manche Biene das Leben. Völker, die stark in den Winter gingen und diesen auch bis jetzt überlebt haben, verkraften auch ein ungünstiges Frühjahr. Ein Drittel Totenfall über den Winter ist normal. Im Herbst entscheidet sich, wie die Durchlenzung gelingt.

Futter gäbe es in Fülle, wenn es denn genutzt werden könnte. Fast das gesamte Obst blüht. Selbst die Backpflaumen öffnen erste Blüten. Die Rapsblüte ist bereits über das Anfangsstadium hinaus und wird beflogen. Was jetzt noch fehlt ist Apfel und Quitte. Der Vollfrühling steht vor der Tür.

Gestern und heute beobachtete ich in den blühenden Obstbäumen starken Sammelbetrieb, auch in den Felsenbirnen (Amelanchier lamarckii). Die Trachtbienen schleppten auch sehr viel Pollen ein.

Ich war in den letzten Wochen geneigt, nachzuschauen, ob notgefüttert werden müsse. Inzwischen glaube ich aber nicht, dass solche Maßnahmen nötig sind. Kontrolle sollte natürlich sein.

Beim Umhängen eines Volkes in eine andere Beute am 10.April stellte ich fest, dass fast der gesamte Wintervorrat aufgezehrt war. Trotzdem fand ich das Volk gut versorgt. Es hatte einige Waben frischen Nektars gesammelt, teils verdeckelt und auch einen guten Vorrat Pollen eingelagert. Ich beobachtete schon Drohnen im Volk und konnte einiges an verdeckelter Drohnenbrut schneiden.

Aber nicht nur unsere Bienen legen Tempo vor, auch die übrige Natur läuft auf hohen Touren. Die Sumpfdotterblume, das Wechselständige Milzkraut und das Waldschaumkraut (Cardamine flexuosa) blühen im Erlenbruch und an seinem Rand die Bruchweide (Salix fragilis). Der Löwenzahn bildet an warmen Stellen schon Blühaspekte, ebenso das Wiesenschaumkraut.

Amsel und Buchfink konnte ich beim Nestbau beobachten. Helle und Dunkle Erdhummelköniginnen suchen nach Nistplätzen, wie auch die Ackerhummeln. Verschiedene Solitärbienen sind unterwegs. Es wird täglich grüner.


Gruß Heribert




 


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