Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Mit den Bienen auf Du und Du

„Ein Stechervolk kann ich nicht gebrauchen. Wir sind hier mitten im Wohngebiet“, sagt der Hobby-Imker und Bienenzüchter Gerhard Schmitz, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins (BZV) Merkstein. 18 Freunde der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Merkstein durften sich auf seiner Terrasse im heimischen Garten an der Kirchrather Straße versammeln und gewannen, dank der jüngsten Veröffentlichungen schon „vorgebildet“, weitere interessante Einblicke in ein hochkomplexes Thema.

 „Wenn meine Bienen stechen“, so der versierte Fachmann, „töte ich die Königin und setze zwei Stunden später eine neue zahme Königin in den Stock.“ In 40 Tagen – die übliche Lebensdauer der Arbeitsbienen – sind alle Stecherbienen tot, und die neue Königin hat längst für braven Nachwuchs gesorgt.

 Neben der Honigproduktion und den umfangreichen Schutz- und Pflegemaßnahmen ist die Frage der Zucht eins der spannendsten Kapitel überhaupt. Das Leben im Bienenvolk ist abhängig von der Königin. Deren ideale Eigenschaften beschreibt G. Schmitz: „Zahm, ertragreich, Rassefarbe dunkel, baufreudig.“

 Neben den laufenden Arbeiten ist intensive Beobachtung gefragt, einmal wöchentlich in jedem Stock. Die AWO-Freunde hatten den Eindruck, ihr Gastgeber ist mit seinen Bienen auf Du und Du.

 Von April bis August werden Königinnen gezüchtet und auch an Kollegen abgegeben. So kommt frisches Blut in die Stöcke. Allerdings legt der BZV Merkstein Wert auf die Rasse „Kärntener Biene“.

 Nach 16 Tagen ist die Jungbiene geschlechtsreif. Beim Ausflug in bis zu 20 Kilometer Umkreis trifft sie auf Drohnen, männliche Bienen. „Nach der Begattung legt die Jungkönigin sofort los, mit 2000 bis 2500 Eiern pro Tag“, erzählt Schmitz; „bis zum September muss sie ein Volk  gebildet haben.“ Nie wird eine Königin von Drohnen im Stock geschwängert, sondern ausschließlich im Hochzeitsflug, wobei der Penis herausgestülpt wird und der Drohn stirbt. Die übrigen Drohnen im Stock, nun zu nichts mehr nütze, sterben danach ebenfalls. Sie werden von den Arbeitsbienen einfach nicht mehr gefüttert.

 Wie überleben Bienen im Winter – eine der vielen Fragen der interessierten AWO-Gäste. Sie bilden eine Kugel um die Königin herum und wechseln zum Temperaturausgleich ständig von außen nach innen.

 Drei Stunden reichten kaum, um Einblick in das erstaunliche Leben der kleinen nützlichen Insekten zu gewinnen, ihre phänomenalen Leistungen, ihre raffinierte Arbeitsteilung, ihr geordnetes Staatswesen – ein einziges Wunder der Natur.

 AWO-Ortsvereinsvorsitzender Horst Herberg dankte dem Bienen-Fachmann für die aufschlussreiche Information zu dem Zusammenspiel in der Natur und dem freundlichen Empfang im Hause Schmitz.

 (Bericht: Maria Dünwald)

 

 

Nächste Termine

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!

Nach oben