Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Räuberei

Im Spätsommer, wenn die Tracht dürftig wird, steigt die Gefahr, dass die Bienen versuchen unorthodoxe Futterquellen zu erschließen. Man findet sie an Fallobst in Wiese und Garten, an Blüten, die bei üppiger Tracht verschmäht werden, an Süßem jedweder Art. Wenn der Imker beim Auffüttern nicht aufpasst, hat er bald fremde Gäste.


Leider musste ich am 28.08.12 mittags feststellen, dass auf meinem Stand bei meinen drei Völkern heftige Räuberei im Gange war. Wer wen beraubt ist dabei kaum auszumachen. Die Fluglöcher waren schon seit Mitte Juni auf zwei Zentimeter verengt. Die Völker sind bis auf eines fertig aufgefüttert. Einem Volk wurden am 26.08. abends noch 2 Liter Sirup im Futtergeschirr aufgesetzt, der am 28.08. nur zu geringen Teilen abgenommen war, was verwundert, weil das Volk bisher zügig einlagerte.

Als mögliche Ursache kann ich nur annehmen, dass die Fluglöcher bis auf einen halben Zentimeter einzuengen gewesen wären – Schlupfmöglichkeit für eine Biene!

Nur so kann wahrscheinlich der Stock effizient verteidigt werden.

Als Sofortmaßnahme habe ich die Fluglöcher weiter eingeengt und mit viel Rauch von Bienen freigescheucht. Dann verdeckte ich den direkten Zugang zum Flugloch mit einer Pappe. Im nächsten Schritt nahm ich das Futtergeschirr ab und spülte es nach Abfüllen des Restsirups sauber aus. Natürlich ohne Sirup zu verschütten und nicht in unmittelbarer Nähe des Standes.

Morgen (29.08.) verschließe ich die Fluglöcher sehr früh und wandere mit den drei Völkern ab.

 

Was ist zu tun, um Räuberei nicht aufkommen zu lassen?

1. : Nach der Schleuderung (Ende 7, Anfang 8) verengen des Fluglochs auf den Durchgang für lediglich eine Biene. So können auch schwächere Einheiten ihren Stock erfolgreich verteidigen.

2. : Nur Zuckerteig, Zuckerwasser oder Sirup ohne Zusätze verfüttern (relative Geruchlosigkeit), keinesfalls Honig pur oder als Beimengung geben. Der Geruch des offenen Honigs zieht unweigerlich Bienen auf Futtersuche an.

3. : Man füttert nach Möglichkeit abends nach Ende des Bienenflugs. Dabei achtet man darauf, dass kein Futter verschüttet wird. Ist es doch passiert, muss sorgfältig aufgewischt bzw. entfernt werden.

 

Was bleibt zu tun, wenn Räuberei eingetreten ist?

1. : Um zu sehen, wer räubert, kann man das Getümmel vor dem Flugloch mit Puderzucker oder mit Mehl bestäuben. Dann erkennt man mit etwas Glück, von wo die Räuber kommen. Sind es die eigenen Bienen, hat man die Wahl entweder die Räuber, oder die Beraubten zu verbringen. Räubert nur eines, würde ich wahrscheinlich den Räuber auf einen entfernten Standplatz stellen (mindestens 3 km, besser mehr).

2. : Wenn noch nicht geschehen, Flugloch bis auf einen Schlupf für lediglich eine Biene einengen.

3. : Den direkten Zugang zum Flugloch verstellen. Die Stockbienen finden den Zugang trotzdem auch auf Umwegen, die fremden nicht so leicht.

4.: Letzte und sicherste Methode ist das Abwandern auf einen genügend entfernten Standplatz.


Euchen, den 28.08.2012             Heribert


 

Nächste Termine

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!

Nach oben