Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Merkstein, im Dezember 2012

 

Es wird Zeit für die Winterentmilbung!

Der passende Zeitraum hängt generell vom Wettergeschehen Ende November / Anfang Dezember ab. In diesem Jahr hatten wir noch bis um den 20.11. Temperaturwerte im zweistelligen Bereich (18. u. 19.11. um 13 bis 15°). An diesen Tagen beobachtete ich um die Mittagszeit noch kräftigen Flug, auch Polleneintrag, wohl aus Senf. Polleneintrag ist ein starkes Indiz für Brutpflege.


 

Bild mit Pollen heimkehrende Biene

 

Erst ab dem 28.11. gingen die Werte dauerhaft herunter auf 5 bzw. unter 5°C. Völker, die hinter vorgesetzten Mäusegittern offene Flugschlitze auf voller Breite haben, spüren das Wetter und gehen spätestens jetzt aus der Eilage.


 

Bild Mäusegitter

Zwischen dem 15. und 20.12. dürften die Völker sicher ohne Brut sein, absolute Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung mit Milchsäure oder Oxalsäure.

Die dreitägige Windeldiagnose zur Abschätzung der Belastung erbringt im Winter kaum sichere Ergebnisse. Sitzen die Bienen in der Traube, fallen nach meiner Erfahrung nur wenig Milben ab, auch wenn die Völker stärker belastet sind. In jedem Fall gilt aber: Wer in 3 Tagen im Schnitt mehr als 1 Milbe findet, sollte behandeln. Gezählt werden nur die dunklen Milben. Siehe dazu auch die Ausführungen weiter unten.

Da ich in der glücklichen Lage bin, meine wenigen Völker hinter dem Haus zu haben und praktisch täglich die Windeln kontrollieren kann, weiß ich ziemlich genau, wie die Befallssituation ist. Erkennbar sind deutliche Unterschiede im Hinblick auf die Belastung zwischen den einzelnen Vökern.

Was ich auf den Windeln sehe, ist interessant. Neben den dunklen, also adulten Milben fallen auch immer helle, teils transparente und kleinere Tiere. Das sind solche Milben, die nicht mehr zur vollen Befruchtung kamen und vor dem Schlupf abgestorben sind. Mit den schlüpfenden Jungbienen fallen sie heraus oder werden herausgeputzt. Sie haben auch häufig Kerben im Rückenschild, was wahrscheinlich Mandibelspuren sind. Diese Jungmilben zählen für die Hochrechnung nicht, weil sie ja keine Nachkommen haben. Akut heißt das Vorhandensein unausgereifter Milben für mich, dass noch Bienen schlüpfen. Noch sind nicht alle Völker frei von Brut. Aus meiner Sicht wird der Behandlungszeitraum in diesem Jahr eng, denn nach Weihnachten ist schon wieder, natürlich beeinflusst vom Wetter, mit dem Start der Legeperiode 2013 zu rechnen.

Ich werde in jedem Fall zwischen 17. und 22.12. behandeln (Oxalsäure [ auch bei Minusgraden möglich], Bei Sprühen mit Milchsäure sollte es mindestens +5 bis +6 ° warm sein).

Es gibt Untersuchungen, in denen herausgefunden wurde, dass mit Oxalsäure behandelte Völker um 10% schwächer auswinterten als Kontrollvölker. Ein gewisser Grad an Schädigung wird, so oder so, nicht zu vermeiden sein.

Behandeln oder nicht? Sehr sorgfältiges Abwägung zwischen Nutzen und Schaden ist erstes Gebot.

Wer es riskiert, nicht zu behandeln, sollte ganz sicher sein, dass im Schnitt wirklich natürlicherweise nur eine Varroe pro Tag fällt. Das kann man nur herausfinden, wenn mehr als drei Tage, vor allem auch während winterlicher Warmphasen, kontrolliert wird. Verschätzt man sich hier, gehen die Völker mit zu hoher Varroabelastung in das Frühjahr, was auch von Übel ist.

 

Wie man behandeln kann, steht auf unserer Internetseite unter „Imkerliche Praxis“, dort „November / Dezember“.

Vorzügliche Informationen finden sich auch unter > www.Die-Honigmacher.de < oder unter > www.laves-niedersachsen.de <, dort: download/Varroabekämpfung.

 

Kurzrezeptur für 3,5 %ige Oxalsäurezuckerwasserlösung:

 

18 g (5 x  3,5 g = 17,5 g) Oxalsäuredihydrat  ad us. vet. (für den Veterinärgebrauch) + 500 ml (1 halber Liter) lauwarme Wasser-Zucker*-Lösung (1 : 1)

* Staubzucker lässt sich leichter auflösen als Kristallzucker.

- zum Träufeln auf die Wabengassen, gleichmäßig auf die Wintertraube verteilt

 

Dosierung:

 

schwache einzargige Völker: 30 ml

mittlere                                       40 ml

starke, zweizargige     50 bis 60 ml

 

OX gilt als Medikament und muss ins Bestandsbuch eingetragen werden.


Gruß Heribert


 

 

 

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