Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Jahresrückblick 2012

Wetter

Das Jahr 2012 beginnt, wie 2011 endete: mild! Sehr winterlich ist es jedenfalls nicht. Um den 15. Januar gehen die Temperaturen nachts etwas unter 0°, um in den Folgetagen wieder in Richtung +10° zu steigen. Der Natur fehlt eine wirkliche Winterruhe.

Dafür kommt es gegen Monatsende dann knüppeldick. Am 29.01. bleiben die Temperaturwerte auch tags unter 0, um von Anfang bis Mitte Februar bei Werten zwischen -15 und -10° zu verharren. Zudem fällt im Februar so gut wie kein Niederschlag. Das heißt Kahlfrost! Die Folgen dieses atypischen Witterungsverlaufes zeigen sich dann später. Die Frostschäden an Stauden und Gehölzen sind erheblich, viele Blütenanlagen – auch bei Trachtpflanzen – sind vernichtet – beim Obst, bei Robinien und bei Euodien z.B. Wahrscheinlich haben die Pflanzen bereits ihren Frostschutz abgebaut.

Auffällig ist auch, dass im Laufe von Frühjahr und Sommer wenig Hummeln, Wespen und Hornissen zu beobachten sind. Der März ist ebenfalls regenarm und relativ kühl. Nur an 7 Tagen steigt das Thermometer auf Werte über 15°C, an den restlichen Tagen bleiben die Temperaturen meist unter 10°. Der April ist sehr kühl und regnerisch. Erst um den Monatswechsel zum Mai registrieren wir Werte um 20°. Temperaturen zwischen 20 und 25° gibt es dann in der letzten Maidekade.

Alles in allem ein ungünstiges Frühjahr für Bienen und Imker. Die Frühjahrsernte ist die schlechteste seit langer Zeit. Der Sommer verregnet und ist auch nicht sonderlich warm. Das Hoffen auf eine gute Spättracht zerschlägt sich. Die zweite Ernte fällt bei den meisten Imkern mäßig bis mager aus. Auch die Nachzucht von Königinnen ist unter diesen Wetterbedingungen erschwert.

Wer mit der Natur arbeitet, kennt eben „fette und magere Jahre“, um das Alte Testament zu zitieren.

Vereinsleben

Das Vereinsleben beginnt traditionell mit der Jahreshauptversammlung Anfang Februar – in 2012 der 04.02.

Der Vorsitzende, Gerhard Schmitz, eröffnet die 1. Versammlung des Jahres 2012 mit einem Rückblick auf 2011 und skizziert anschließend die Arbeit am Jahresanfang.

Es folgt der Bericht der Kassenprüfer, die dem Kassenwart korrekte Arbeit attestieren und die Entlastung des Vorstandes beantragen. Sie wird einstimmig erteilt.

Nach vier Jahren muss turnusmäßig die Neuwahl der Funktionsträger durchgeführt werden. Der 1. Vorsitzende, Gerhard Schmitz, der Stellvertretende Vorsitzende und Kassenwart, Heribert Kaußen, der Schriftführer, Johannes Billmann, erklären sich bereit, die Arbeit fortzuführen. Die Wahl erfolgt einstimmig. Für die Kassenprüfung 2012 werden Dietmar Bothe und Andreas Finken bestellt. Heribert Kaußen referiert im Anschluss zum imkerlichen Arbeitsablauf am Jahresanfang: Winterende und Erstfrühling (Durchlenzung). Weiter werdenTermine und inhaltliche Ausrichtung der Folgetreffen in 2012 diskutiert und beschlossen.

Bisher trafen sich die Imker jeweils in den Monaten 2, 4, 6, 8 und 10. Es ist aber schon lange bemängelt worden, dass diese Terminierung schlecht mit den Belangen des Bienenjahres übereinstimmt. Man beschließt deshalb für 2012 und für die Zukunft eine sinnvollere Reihenfolge: 2 bleibt, dann 3, 5, 7, 9. In 9 wird dann 11 nachgeschoben.

Folgende Fragestellungen können so rechtzeitig thematisiert werden:

Februar: Administratives, Durchlenzung

März: Erweitern, Baurahmen

Mai: Schwarmverhinderung, Königinnenzucht, Frühtrachternte

Juli: Sommerernte, Auffüttern, Varroabehandlung I

September: Varroabehandlung II, Futterkontrolle, überwinterungsfähige Völker

November: Varroabehandlung III, Fazit des Jahres, Planung für Folgejahr

(Genaueres jeweils unter Gliederungspunkte Termine oder / und Imkerliche Praxis)

Außerturnusmäßige Treffen (Exkursionen, Feiern) werden vorgeschlagen, diskutiert, aber noch nicht beschlossen. In der Julisitzung wird ein Treffen bei Kaffee, Kuchen und Gegrilltem festgelegt. Franz-Josef und Doris Capellmann wollen es ausrichten.

Im März können wir ein neues Mitglied aufnehmen, Dietmar Gruhn. Friedhelm Macko hat ihn eingeführt. Sie sind seit langem durch die Reisetaubenzucht miteinander bekannt. In diesem Jahre besucht Dietmar Gruhn alle acht Thementage eines Einführungskurses in die Imkerei. Diese Schulungsreihe wird durch den Landesverband Rhld. ausgerichtet. Dietmar Gruhn ist sehr ernsthaft bei der Sache und hat schon ein beachtliches theoretisches Wissen. Da er zudem Erfahrung in der Kleintierhaltung mitbringt, fällt es nicht schwer, ihm auch die nötigen praktischen Grundlagen und Kniffe zu vermitteln. Er geht dann auch schon mit vier überwinterungsfähigen Einheiten in das neue Bienenjahr.

Ingo M. kommt im Mai aus einem Nachbarverein zu uns. Er bringt schon mehrjährige Erfahrung in der Bienenhaltung mit, braucht also keine intensive Beratung.

Im Laufe des Sommers stoßen zwei weitere Imkereleven zum Verein, Konstantinos Nikoulautsos und Wolfgang Smeets. Auch sie besuchen den oben angesprochenen Anfängerkurs. Über den Verein kann Konstantinos ein Standplatz für seine Völker vermittet werden. Die Betreuung dieser beiden gestaltete sich nicht so lückenlos wie bei Dietmar Gruhn. Es läuft auch hier gut an, aber der eine und andere leicht vermeidbare Fehler wird doch gemacht. Hier müssen für die Zukunft Wege gesucht werden, Anfängern gerade zu Beginn durch „Mitimkern“ unter die Arme zu greifen. Auch ein „Imkernotruf“ könnte etabliert werden. Unsere Internet-Seite mit der „Imkerlichen Praxis“ gibt ja auch Hinweise und Hilfen, wenn sie denn genutzt wird. Alle erfahrenen Vereinsmitglieder sind aufgerufen, mitzuarbeiten. Ein oder zwei Leute schaffen den Zeitaufwand nicht.

www.bienenzuchtverein-merkstein.de

Die Internet-Seite des Vereins enthält mitlerweile schon eine Menge Information und wird auch erstaunlich häufig aufgesucht. Bis zum Jahresende werden wir locker 4000 Besucher begrüßen können.

Den Chronisten sprach auf einer Weiterbildungsveranstaltung ein ihm fremder Imker an, der - so seine Worte - regelmäßig die Internetseite des Vereins aufsucht und die Einträge mit Interesse liest.

Dietmar Bothe hat einige Inhalte unserer Seite für die Eupener Imker verlinkt.

Zum Vereinstreffen am 24.08.2012

Die Wettervorhersage lässt nichts Gutes erwarten. Just an diesem 24.08. soll laut Prognose die lange Schönwetterperiode zu Ende gehen. Spazierengehen und Grillen bei Regen!? Das erscheint dann doch als ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Johannes Billmann als Organisator und die Gastgeber Doris und Franz-Josef Capellmann bleiben optimistisch und risikofreudig. Der Termin steht. Nach langer Pause sollen die Imker des Merksteiner Bienenzuchtvereins wieder einmal beisammen sein und nicht nur über die Imkerei fachsimpeln. Das garantiert auch das Beisein der Damen.

Tatsächlich bleibt der Niederschlag bis zum Abend auch wirklich aus, trotz im Spätnachmittag bedrohlich aufziehender dunkler Wolken.

Zunächst treffen sich gegen 15 Uhr einige Fußgesunde zu einem kurzen Spaziergang von Kohlscheid-Bank in Richtung Horbach, um sich ein wenig das Umfeld anzusehen. Zur Kaffeetafel gegen 16 Uhr versammelt sich dann schon eine größere Anzahl. Dietmar Gruhn steuert drei leckere Kuchen bei, selbstgefertigt, wie es sich für einen gelernten Bäcker gehört. Bei anregenden Gesprächen sitzt man beisammen. Selbstverständlich zeigt uns Franz-Josef im Verlauf des Nachmittags sein Bienenhaus, das sehr idyllisch versteckt am Ende des Gartens liegt. Dabei geht’s, wen wundert’s, natürlich doch um Fragen der Bienenhaltung.

Zünftig und fachgerecht grillen Andreas Finken und Franz-Josef Capellmann später allerlei Fleischiges auf dem Holzkohlengrill. Die Damen steuern diverse leckere Salate zur Tafel bei. So vergehen die Stunden in froher Runde. Gerhard Schmitz bedankt sich im Namen aller bei den Gastgebern für die gelungene Ausrichtung des Gartenfestes und übergibt ein kleines Präsent. Doris und Franz-Josef haben vorsichtshalber ein kleines Zelt aufgebaut und das Gartenhaus hergerichtet, falls das Wetter ernst machen sollte. Nach Einbruch der Dunkelheit beginnt es dann auch tatsächlich zu regnen. Zu einem letzten Gläschen zieht sich die Gesellschaft ins Gartenhaus zurück, was der Stimmung keinen Abbruch tut. Es ist ein recht warmer Sommerabend. Mit dem Gefühl, einen schönen Nachmittag und Abend verlebt zu haben, geht man gegen 23 Uhr auseinander.

alt

alt

Die Septemberzusammenkunft ist mit sechs Vereinsmitgliedern schwach besucht. Trotzdem beschließt man, sich Anfang November noch einmal vor der langen Winterpause zu treffen, zumal der Wachstag in diesem Jahr entfällt.

Rückblickend steht Varroabehandlung und Auffütterung im Focus. Die akute Frage lautet: Sind die Völker winterfest? Was ist zu tun, eventuell noch möglich?

Die Novembersitzung beinhaltet neben der Winterbehandlung gegen Varroa (Oxalsäure) die kritische Sichtung des Jahres. Die Diskussion ergibt, dass wir an der inhaltlichen Ausrichtung der Sitzungen feilen müssen. Hier sollte natürlich das Grundgerüst imkerlichen Handelns im Jahreslauf nicht fehlen. Wie breit das dargestellt wird, hängt von der Situation ab. Fragen, die aus dem Forum kommen, wird man beantworten wollen. Hier müssen wir uns aber um eine straffere Gesprächsführung bemühen. Weiter ist Schwerpunktbildung zu aktuellen Aspekten geplant. Der „verschulte“ Teil sollte alles in allem eine Zeitstunde nicht überschreiten. So bleibt auch genügend Zeit für den sozialen Aspekt, sprich Imkerstammtisch.

Über Jahre haben Rosalinde und Gerhard Schmitz zum Ambrosiustag zu sich nach Hause eingeladen und keine Mühe gescheut, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Herzlichen Dank an beide!

In 2012 wählen wir eine andere Form.

Traditionell beginnt der Ambrosiustag mit einem Gottesdienst in St. Willibrord, der wunderbare Barockkirche in Alt-Merkstein. Den Altar schmückt auch in diesem Jahr eine Bienenwachskerze, die Johannes Billmann eigens für diesen Zweck gegossen hat. Nach dem Gottesdienstbesuch speist man gemeinsam im Bürgerhof.

In 2012 können wir zwei unserer Mitglieder, Heribert Kaußen und Johannes Billmann, für 40 Jahre aktiver Imkerei mit Urkunde und Goldener DIB-Nadel ehren. Hans Lorenz erhält eine Urkunde für 25 Jahre inaktiver Mitgliedschaft. Rudi Vogel, leider krankheitshalber in Abwesenheit, wird eine Anerkennung in Form einer Grußbotschaft für seine Verdienste um den Verein zuteil, insbesondere für seine Hilfe bei der Zucht. Gerhard Schmitz nimmt als Vorsitzender die Ehrung vor und findet anerkennende Worte für seine Kollegen. Man beschließt, Rudi Vogel den Brief zu überbringen. Gerhard wird mit Johannes und Heribert den Termin absprechen.


alt


Im Jahre 2012 betreuen die 18 Imker des Vereins rund 70 Völker. Völkerverluste sind noch nicht zu verzeichnen. Bleibt die Hoffnung, dass dies im Frühjahr 2013 auch gesagt werden kann.

Die letzte Aktion des Jahres ist die Oxalsäurebehandlung. Notwendig, um die Varroabelastung zu minimieren. Das sollte bei niedrigen Temperaturen in den brutfreien Völkern bis vor den Weihnachtsfeiertagen durchgeführt sein, da nach den Festtagen u.U. die Königinnen schon wieder mit der Eiablage beginnen, je nach Wetterlage.

 


Nach oben