Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Chronik Merkstein nur 2013




Jahresrückblick 2013

Wetter und Tracht

Das Jahr 2013 beginnt für die Imkerei eher ungünstig. Abgesehen von einer 15°-Spitze Mitte März, bleiben die Temperaturen auf weiten Strecken bei 5° und darunter. Erst mit Mitte April wird es wärmer. Mit Werten um zeitweise über 20° herrscht nun gutes Flugwetter. Die Rapsblüte, zu diesem Zeitpunkt so gut wie beendet, bringt durchweg wenig Ertrag. Mit dem Obst sieht es etwas anders aus. An der guten Apfelernte dieses Jahres lässt sich erkennen, dass es während dieser Blühphase gute Flugbedingungen gibt (Äpfel hängen zu 65% von Insektenbestäubung ab). Zeitweise steigen die Temperaturen in dieser Spanne auf Werte zwischen15 und 24°. Es fällt so gut wie kein Niederschlag. Reichen Ertrag bringen auch die Birnbäume. Die Pflaumenbäume biegen sich in diesem Jahr unter einem überreichen Fruchtbehang. Trotzdem schleudern die meisten Vereinsmitglieder nur eine unterdurchschnittliche Frühtracht aus. Wahrscheinlich haben die Bienen zum Selbsterhalt in den langen Schlechtwetterperioden viel gezehrt.

Gerhard Liebig schreibt auf seiner Internet-Seite: “Der Juni kann nur besser werden als der Mai.“ Der Frühsommer ist für die Bienen günstig. Die Temperaturen halten sich im Mittel in einem moderaten Bereich. Mitte Juni steigen die Werte kurzzeitig bis an die 30°. 2013 ist ein „spätes“ Jahr. Selbst die Lindenblüte verschiebt sich noch etwas nach hinten. Deshalb schleudern die meisten Imker erst Ende Juli. An den Maitrieben der Fichten sind im Juni Arten der Fichtenblattlaus zu finden, vor allem die Rotbraune bepuderte Fichtenrindenlaus. Vermutlich hat das auch etwas Tautrachtbeimischung gebracht. Der gewonnene Sommerhonig ist sehr dunkel und kristallisiert noch bis in den Dezember kaum. Es sei denn, der Prozess wird durch „Impfen“ mit Frühtrachthonig, der bekanntermaßen rasch und fein kristallisiert, eingeleitet. Das Ergebnis der Sommerschleuderung liegt im langjährigen Mittel.

Vereinsleben

In 2013 treffen sich die Vereinsmitglieder in dem Anfang 2012 beschlossenen Rhythmus – Feb., März, Mai, Juli, Sept., Nov. – jeweils am 1. Montag des Monats. Das Prozedere hat sich bewährt.

04.02.: Jahreshauptversammlung: Der Vorsitzende, Gerhard Schmitz, begrüßt die Vereinsmitglieder und eröffnet die Sitzung mit einem Rückblick auf 2012 und skizziert seine Vorstellungen für 2013. Es folgt der Bericht der Kassenprüfer und die Entlastung des Vorstandes. Zu Kassenprüfern für 2013 werden A. Finken und D. Gruhn bestellt.

In der anschließenden Diskussion wird ein thematischer Rahmen für die Sitzungen des Jahres 2013 abgesteckt. Das Gerüst entspricht dem des Vorjahres (siehe dazu Jahresrückblick 2012).

Der kalte Jahresbeginn und die ungünstigen Wetterprognosen lassen die Imker in besonderer Weise darüber nachdenken, ob die Völker noch genügend mit Futter versorgt sind. Man rekapituliert, wie man die Futtervorräte überprüft und was bei einer Notfütterung zu beachten ist. In der aufsteigenden Entwicklung der Völker muss Raum gegeben werden. Darüber wird gesprochen.

Arbeit ist das Eine, feiern das Andere. Verschiedene Möglichkeiten werden erörtert. Dietmar Gruhn bietet sein Gelände für ein Treffen an – Spaziergang und Kuchen im Nachmittag, Gegrilltes abends.

Das wird dankend angenommen. Auf einen Termin kann man sich noch nicht einigen.

04.03.: Die Durchlenzung ist Schwerpunkt der Gesprächsrunde: Futterkontrolle, Erweiterungsmaßnahmen zur Salweidenblüte und zur Kirschblüte, erste Überlegungen zur Königinnenzucht.

06.05.: Die Völker sind jetzt in steiler Aufwärtsentwicklung. Maßnahmen zur Schwarmverhinderung, u.a. durch Ablegerbildung werden erörtert. Mit der Königinnennachzucht will es in 2013 zunächst nicht so recht klappen. Einige Königinnen kommen nicht vom Hochzeitsflug zurück, schon in Eilage befindliche fehlen plötzlich im Volk. Letztlich bleiben aber am Ende des Jahres noch Jungköniginnen als Reserve über.

Der Vorsitzende, Gerhard Schmitz, bekommt von unserem langjährigen Zuchtberater Rudi Vogel aus Eupen einige unbegattete Königinnen zur Blutauffrischung. Er lässt sie auf seinem Stand begatten. Hinzu kommt noch Zuchtstoff, den Gerhard im Rahmen eines Zuchtkurses von dem namhaften Züchter Kaldenbach aus Nettersheim erhält.

Der Verein gewinnt drei neue Mitglieder: Dorothea und Jürgen Barde, die gemeinsam imkern wollen und Peter Jacobs. Dorothea ist die erste Frau in der langen Vereinsgeschichte der Kohlscheid-Merksteiner Imker. Ein Trend ist bei uns angekommen, denn rundherum wächst die Zahl der Frauen, die sich aktiv der Bienenhaltung zuwenden.

M. Dahmen hospitiert bei F.-J. Capellmann und erwägt, im Jahre 2014 dem Verein beizutreten, um selber mit der Imkerei zu beginnen.

Man beschließt, am 24.08.2013 ab 15 Uhr bei dem Ehepaar Gruhn zu feiern (siehe auch Februar).

01.07.: Die Frühtracht ist eingebracht, die Sommerschleuderung steht vor der Tür. Das Wissen über Honigernte und -pflege wird ausgetauscht. Notwendigerweise steht auch die Bekämpfung der Varroa auf der Tagesordnung. Es scheint zum Glück kein „Varroa-Jahr“ mit hohem Milbendruck zu sein. Trotzdem geht an einer genauen Beobachtung und Bekämpfung des Parasiten kein Weg vorbei. Das ist allen klar. Die verschiedenen Möglichkeiten der Applizierung von Ameisensäure werden besprochen.

Beschlossen wird der gemeinsame Kauf des Winterfutters (Treffen am 27.07., 10 Uhr, Hof Geller). Es soll Ambrosia-Sirup sein. Einige bleiben bei eigener Zuckerlösung.

Des Weiteren entschließt man sich, ein Infrarot-Thermometer anzuschaffen. Es soll zur Feststellung der Brutfreiheit im Rahmen der Oxalsäurebehandlung der Völker im Dezember dienen.

24.08.: Am Morgen des Tages müssen wir nun auch Fini Rahn (* 31.10.1934 – +19.08.2013), die Frau unseres langjährigen Imkerfreundes Willi, der 2010 verstarb, zu Grabe geleiten. Sie war uns eine liebe Freundin, die mit Willi zu jeder Versammlung kam und ihn auch bei den imkerlichen Arbeiten tatkräftig unterstützte.

Am Frühnachmittag des gleichen Tages beginnt das „Imkerfest“ mit einem Spaziergang durch die Feldflur rund um Boschelen in Richtung Plitschard. Dietmar Gruhn erklärt unterwegs die Besonderheiten seiner Trachtsituation. Derweil hält Frau Gruhn in Boschelen die Stellung und erledigt letzte Arbeiten für den Nachmittagskaffee bzw. empfängt die restlichen Gäste. Das Wetter kann sich nicht entscheiden. Die Kaffeetafel muss deshalb unter Dach getrennt eingenommen werden – die Damen lassen es sich im Wohnzimmer, die Herren in Dietmars zukünftigem Schleuderraum schmecken. Dietmar hat einige köstliche Kuchen gebacken. Während die Damen sich unterhalten, ist die Besichtigung von Dietmars Bienenhaus für die Imker ein Muss. Natürlich ist in Zeiten der Freiaufstellung von Magazinbeuten ein Bienenhaus nicht mehr nötig, den Wohlfühleffekt für den Imker will aber keiner in Abrede stellen.

Das Ehepaar Gruhn hat alles gut organisiert. Zum Abend heizt Dietmar den Grill an. Saftige Koteletts, leckerer Bauchspeck und pralle Würste lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die Frauen haben leckere Salate und Süßspeisen mitgebracht. Es ist alles auf´s Beste gerichtet. Essend, trinkend und vor allem erzählend verfliegt die Zeit. Und so geht auch dieses schöne Fest zu vorgerückter Stunde zu Ende.

26.08.: Letzte Arbeiten an den Völkern sind zu tun. Reicht der eingefütterte Vorrat, ist das Volk überwinterungsfähig? Wie stelle ich das fest? Wie vereinige ich Völker, wie löse ich Schwächlinge auf, wie tausche ich die Königin aus? Fragen, die in dieser Sitzung diskutiert werden. Überlegungen zur zweiten Ameisensäurebehandlung sind ebenfalls Thema.

Bisher feierte der Verein einmal im Sommer in größerem Rahmen. Dazu richtete Johannes Billmann im Hebst den Wachstag aus, zum Ambrosiustag lud das Ehepaar Schmitz zu sich nach Hause ein. Der Umgang mit der finanziellen Belastung ist in der Vergangenheit unterschiedlich gehandhabt worden. Meist übernahmen die Gastgeber den Löwenanteil der Kosten. Auch in diesem Jahr will Ehepaar Gruhn diese begleichen. Man empfindet dies als eine noble Geste, ist aber allgemein aus grundsätzlichen Erwägungen der Ansicht, für jetzt und in Zukunft eine Entschädigungsregelung über die Vereinskasse finden zu müssen. Alles in allem werden ab sofort 130 € aus der Kasse zugeschossen: ein schöner Blumenstrauß für die Gastgeberin und 110 € in bar. Darüber hinaus ist allen, die solch eine Festlichkeit ausrichten, unser Dank und die Anerkennung der Mühe sicher. Denkbar ist aber auch eine Splittung des Ausgleichs. Vielleicht sollte dies im Februar 2014 in der Hauptversammlung noch einmal aufgegriffen werden.

04.11.: Passend zum Zeitpunkt schauen sich die Versammelten einen Kurzfilm von Dr. Gerhard Liebig zur Oxalsäurebehandlung der brutfreien Völker an. Inzwischen ist geklärt, dass nach der Behandlung auch bei Ablegern das Flugloch hinter dem Mäusegitter ganz offen bleibt. Es werden Überlegungen zur gemeinsamen Beschaffung der Oxalsäure angestellt.

Die letzte Sitzung gilt dem kritischen Rückblick auf das fast verflossene Jahr und dem Ausblick auf das kommende. Überlegungen zu einer strafferen Handhabung der Tagesordnung wurden schon in 2012 angestellt. Wenn dieser Vorschlag in 2013 wieder eingebracht wird, muss man wohl anmerken, dass sich in diesem Punkt bisher wenig geändert hat. Vielleicht sind wir dann 2014 disziplinierter. Es wird weiter vorgebracht, die Unerfahreneren unter uns zu ermutigen, Probleme, die sie haben, anhand der Literatur oder Internet aufzuarbeiten und dann in Form eines Kurzreferates als Diskussionsgrundlage vorzustellen. Frei nach der Devise: Man lernt am meisten, wenn man anderen etwas erklärt.

Mit Georg Nebel aus Würselen-Pley stellt sich ein neuer Interessent für die Imkerei vor. Er äußert den Wunsch, dem Verein in 2014 beizutreten.

08.12.: An diesem Sonntagmorgen hat der Verein sein traditionelles Ambrosius-Treffen. Mit einer Messe um 11 Uhr 30 in St. Willibrord, Merkstein, beginnt der Tag. Das Totengedenken für die Verstorbenen des Vereins in dieser wunderbaren spätbarocken Kirche ist immer ein Erlebnis. Auf dem Altar brennt während der Feier, wie alljährlich, eine dicke Kerze aus Bienenwachs, die Johannes Billmann gefertigt hat.

Gegen Mittag speisen die Bienenfreunde mit ihren Partnerinnen und Partnern im Vereinslokal. Die Wirtin hat leckeres Essen zubereitet. Es fehlen nur wenige. Das ist natürlich erfreulich. Es ist eine fröhliche Runde.

Bleibt noch zu sagen, dass der Kassierer am Ende des Jahres 1 Imkerin und 17 Imker dem Deutschen Imkerbund und der Versicherung als Aktive melden kann. Weiter gehören drei Mitglieder dem Verein an, die unmittelbar und mittelbar Verbindung zur Imkerei halten. Insgesamt hat der Verein damit zur Jahreswende 2013 / 2014 einundzwanzig Mitglieder. Das Durchschnittsalter ist um einiges gesunken. Auch das ist kein Nachteil. So schauen wir mit Zuversicht in das kommende Jahr.



 


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