Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Zahl und Maß

* zu Honig

Brennwert: Bandbreite des Gehalts an Kohlenhydraten: 76 bis 82 g i. 100 g; Daraus ergibt sich ein Energiegehalt/Brennwert von 1299 kJ (300 kcal) bis 1402 kJ (336 kcal) in 100 g.

* zu Futter

Sirup erleichtert den Bienen die Zubereitung des Winterfutters, weil zum Teil der Umsetzungsprozess von Rohrzucker (Saccharose/Zweifachzucker) in Traubenzucker (Glucose/Einfachzucker) und Fruchtzucker (Fructose/Einfachzucker) bereits vollzogen ist (honigähnlicher). Die Bienen brauchen weniger Enzyme zuzusetzen.

Invertzuckersirup: Ambrosia und Apiinvert (Markennamen) sind invertierte Sirupe auf Saccharosebasis mit ca. 34 % Traubenzuckeranteil.

Isoglucosesirup: biotech. hergestellter Sirup, meist auf der Basis von Weizen- oder Maisstärke mit anderen Zuckerzusammensetzungen als Invertzuckersirup oder Honig

1 kg (1000 g) Sirup entspricht etwa 0,700 l (732,600 ml) und enthält ca. 700 g Zuckertrockenmasse

1 l Sirup (1000 ml) entspricht etwa 1,4 kg (1365 g)

1 l Sirup enthält 1 kg Zuckertrockenmasse (72,4 % Trockenmasse u. 27,6 % Wasser)

Zuckerwasser

Reizfütterung: 1 : 1 (1 Teil Wasser, 1 Teil Zucker): Schwärme, Ableger, frühe Wintereinfütterung

2 : 3 (2 T. W., 3 T. Z.): zur Wintereinfütterung

Bei der Einfütterung ist zu beachten, dass die gegebene Zuckerlösung oder der Sirup nicht 1 zu 1 als Winterfuttermenge eingelagert wird. Bekanntlich hat reifer Honig zwischen 15 und 18 % Feuchtigkeit. Auf diesen Prozentsatz muss die Zuckerwasser/Siruplösung eingedickt werden. Es kommt notwendigerweise zu einem Verarbeitungsschwund: Verdunstung und Energieaufwand der Bienen.

Was ist drin im Zuckerwasser?

Verhältnis (Zucker : Wasser)

1 : 1

3 : 2

2 : 1

Zucker

0,625

0,800

0,890

Wasser

0,625

0,530

0,445

1 l Zuckerwasser wiegt somit

1,250

1,330

1,335

ergibt Winterfutter

0,560

0,860

1,000

demnach Verarbeitungsverlust

0,690

0,470

0,335

1000 g Zuckertrockenmasse ergibt also demnach 1075 g Winterfutter

nach Curth, Hohenheim 1981 (Angaben in kg)

Bei der hier folgenden Angabe von Dr. G. Liebig ist mit den Angaben von Sept. und Okt. möglicherweise der Verarbeitungsschwund plus Zehrung deutlich gemacht. Leider ist das nicht explizit gesagt.

Winterzehrung nach Dr. Liebig, Einfach imkern, 3. Auflage 2011, S. 103

"in 9 u. 10, nach Auffüttern wird ein Volk, je nach Stärke u. Witterung, 4 bis 8 kg leichter
in 11, 12, 1 braucht ein Volk je 1 kg pro Monat
in 2, einsetzendes Brutgeschäft, 1bis 2 kg
in 3 bis 4, Verzehr zwischen 3 und 5 kg je Monat (eventuell schon Nektar und Polleneintrag)
Gesamtverbrauch zwischen 14 und 23 kg, abhängig von Höhenlage, Mikroklima und Trachtsituation"


Ewald Brust kommt in einem Artikel in der Zeitschrift „die biene“ im Juni 2010 auf Seite 28 zu einem anderen Ergebnis. Sich auf Dr. Karl Dreher berufend, ein Altmeister der Bienenhaltung, prangert er die hohen Futtergaben an, die gegenwärtig zur Einwinterung empfohlen werden. Er schreibt:
Der Durchschnittsverbrauch in den acht Zehrmonaten (8, 9, 10, 11, 12, 1, 2, 3) beträgt 1,2 kg für Zweiraumvölker (dabei „Frostmonate“ mit 600 g pro Monat im Schnitt, waagstockgeprüft).
Das ergibt 8 x 1,2 kg = 9,6 kg. E. Brust hat im Gegensatz zu G. Liebig den August als Zehrmonat gerechnet, den April aber nicht.

Die Imker des Bienenzuchtvereins Merkstein haben über Jahrzehnte pro Volk 10 kg Kristallzucker vermischt mit Wasser (2 T. W. auf 3 T. Z.) eingefüttert. Seit 1983 ist mir (H. Kaußen) bei dieser Vorgehensweise nie ein Volk verhungert. Wir liegen allerdings auf witterungsbegünstigten 170 bis 200 m NN im Bördenrandbereich.

Honig-Zuckerteig: 2 Teile Puderzucker, 1 Teil Frühjahrshonig – Frühjahrshonig deshalb, weil er die Masse nicht so weich macht wie Sommertracht – zur Reizfütterung, Füllen von Begattungskästchen, Verschluss von Zusetz- und Versandkäfigen.

Fondant-Zuckerteig: für frühe Einfütterung – nach August nicht mehr einsetzen, da Flugwetter herrschen muss, damit die Bienen Wasser zum Auflösen des Teigs holen können

*Pollenbedarf pro Volk und Jahr: 35 kg

*Gewichte rund um die Beute

10 Bienen/1 g, 100 Bi/10 g, 1000 Bi/100 g, 5000 Bi/500 g (sollte ein Volk im Nov. haben), Ein starkes Überwinterungsvolk kann 10 000 Bienen (1 kg) haben. 2,5 kg Bienen (25000 Tiere) stellen schon ein sehr starkes dar.

Wachsgewicht von gängigen Wabenmaßen

Ein Wabenstück von 10 cm Kantenlänge wiegt leer 12 g. Es fasst 350 g Honig.

Zanderwabe, Innenfläche ohne Draht: 40 x 20 cm = (8 x 12 g) 96 g

DNM, ca. 1/8 weniger Innenfläche ohne Draht: ca. 84 g

modifiziertes (US) Dadantmaß:Ca. 140 g

Gewicht beidseitig gefüllte Honig(Futter)wabe:

DNM: 2 kg, ZM: 2,5 bis 2,8 kg, Dadant: 3,5 kg

Gewicht von Rähmchen – ohne Pollen- oder Honig(Futter)einlagerung

Die Holzart ist bei allen Beutenteilen, so auch bei Rähmchen, von nicht unerheblicher Bedeutung für das Gewicht. Alle Angaben können daher nur Annäherungswerte mit breiter Streuung sein.

DNM-Rähmchen

ausgebaut, Hoffmann-Seitenteile: ca. 350 g

Leergewicht Zanderrähmchen

glatte Seitenteile, nicht modifiziert, gedrahtet: um 130 g; mit Mittelwand: um 200 g; ausgebaut, leer: um 230 g

modifiziert (dicker Oberträger), Hoffmann-Seitenteile, gedrahtet: um 270 g; Rähmchen mit Mittelwand: ca. 340 g; Rähmchen mit beidseitig voll ausgebauter Wabe, leer: ca. 370 g

Mittelwand im ZM: ca. 70 g

Taunus-Zander-Beute (Styrol), Waben pro Zarge: Boden, Zarge, Deckel einseitig angehoben mit Federzugwage: – Gesamtgewicht: 2 kg x 2 kg = 4 kg (Toleranz bis 4,2 kg)

Arbeitet man mit der Federzugwaage, hebt man die Beute am besten einmal vorne und einmal hinten an. Addiert die beiden Werte und kommt so dem wahren Gewicht der Beute näher als bei einseitigem Wiegen und Verdoppeln, weil das Gewicht in der Beute ungleichmäßig verteilt sein kann.

Einzelteile hängend an Federzugwage: Deckel gut 1 kg, Zarge 1,8 kg, Boden ca. 1,4 kg – demnach insgesamt ca. 4,2 kg

TZ-Beute (9 Waben in einer Zarge)

1-raumig mit 9 Waben (9 x 230 g = 2070 g) wiegt demnach ca. 6 kg + 3 kg für Bienen und Pollen + 12 kg Winterfutter, ergibt ca. 21 kg, einseitig gewogen mit Federzugwaage müsste diese ca. 11 kg anzeigen.

2-raumig: 4,0 kg für weitere Zarge und 9 weitere ausgebaute „Leer“waben(ca.2 kg), dazu noch weitere 6 kg Futter, also 12 kg mehr, Boden, Deckel, Bi. + Pollen bleiben, ergibt 21 + 12 = 33

Mit der Federzugwaage einseitig angehoben, müsste sich ein Gewicht von ca. 16,5 kg ergeben.

Beispiel einer Gewichtsberechnung aus Info.-Brief der Bienen-Forschungsinstitute, 2013, Brief 23, vermutlich hölzerne Einfachbeute mit Blechhaube

Leergewicht einer Zarge mit Rähmchen: 9,5 kg; Leergewicht von Boden und Deckel: 5 kg; Gewicht der Bienen und Pollen: 3 kg

Leergewicht eines 2-zargigen Volkes: 9,5 + 9,5 + 5 + 3 = 27; fertiges Winterfutter im Volk: 22 kg

Gewicht der Beute: 49 kg

Die Federzugwaage, einseitig eingesetzt, müsste einen Wert um 25 kg zeigen.

Kommentar: Leider sind Beuten- und Rähmchentyp nicht genannt. Das hohe Leergewicht von 9,5 kg für Zarge und Rähmchen (10 Stück?) lässt aber auf Holzbeute und modifizierte Hoffmannrähmchen schließen. Realistischerweise muss man im Winter auch von feuchtem Holz ausgehen, was die Beute erheblich schwerer macht.

Hier zum Vergleich einige ca.-Gewichte:

Segeberger Schaumstoff-Beute: Zarge ca. 2,5 kg; Segeberger Deckel und Boden: 3 kg

Hohenheimer/Liebig-Beute (Holz): Zarge ca. 4 kg; Deckel und Boden zusammen 5 kg – alles trocken; Blechabdeckung: 2 kg

*Varroa

Schadschwelle – Gefahr im Verzug, es muss dringend gehandelt werden:

Sommer: 100 Milben/Tag Totenfall (Schnitt aus 3, besser 7 Tagen) Enge Windelkontrolle ist im Sommer wegen der Ameisen wichtig

Herbst: 10 Milben/Tag – Behandlung notwendig

Winter: > 0,5 Milben/Tag, Mülldiagnose, Schnitt Ende Okt. Anfang Nov. aus 14 Tagen – Behandlung mit OX oder MS zwingend


täglich

1 tote Milbe auf der Windel im Juli/Aug. lässt auf 200 agile Milben im Volk schließen

1 tote Milbe im Sept., ca. 300 im Volk

1 tote Milbe im Winter steht für 500 lebendige im Volk


Behandlungsschwelle – Wann behandeln?

Frühjahr, Sommer

< 5 Milben nat. Totenfall im Schnitt täglich: unbedenklich, trotzdem Drohnenschnitt

Befallsabschätzung über die Drohnenbrut (viel Aufwand!)

5 – 10: Volk beobachten

> 10: sofort behandeln, auch in der Trachtphase (2 bis 7), notfalls unter Verzicht auf Ernte, eventuell teil- oder voll verdeckelte Honigwaben auf andere Völker ohne anhängende Bienen verteilen, genügend Futter muss im Volk bleiben (Ameisensäure)

Winter

> 0,5 : Behandlung mit Oxalsäure oder Milchsäure in der brutfreien Phase



*Das Eins-plus-eins des Imkers

3 – 5 – 8 Königin ist gemacht! drei Tage Ei, fünf Tage Made, acht Tage Puppe

30-Tage-Regel: vom Ei (Tag 1) bis zur legenden Jungkönigin

9-Tage-Regel zur Schwarmverhinderung (Durchsicht)

Gesetzt den Fall, ein Volk ist in Schwarmneigung und die Weisel legt am Tag der Durchsicht ein Ei in ein Weiselnäpfchen, ist die Zelle der Jungkönigin bei der nächsten Durchsicht (9 Tage später) schon verdeckelt.

10-Tage-Frist bei Nachschaffungszellen (Durchsicht)

Anders bei Nachschaffungszellen, sie können mit ein, zwei Tage alte Maden belegt sein. Es können bis zu fünf Tage an der 16-Tage-Spanne fehlen 3 Tage Ei und 1, 2 bis 3 Tage alte Maden; 16 - 4 (5, 6) = 12 (11, 10). Hier wird es nach 9 Tagen schon eng. Die Jungfer steht u.U. schon kurz vor dem Schlupf. In dem Fall fehlt allerdings die alte Königin, die schwärmen könnte.

40-Tage-Regel

vom Ei bis zur sammelnden Arbeiterin – Bei starkem Trachtaufkommen kann diese Frist sich auch verkürzen. Die Bienen werden dann früher zu Sammlerinnen.

vom Ei bis zum begattungsfähigen Drohn – wichtig für Königinnenzucht


Entwicklungsschema von Königin, Arbeiterin, Drohne (T = Tage)


Zelle offen

Zelle offen

Zelle verdeckelt

Ca.-werte





Ei

Rundmade

Streckmade/Puppe

Imago


Königin

3 T

5 T

08 T

nach 16 T

in Eilage nach 30 T

Arbeiterin

3 T

6 T

12 T

nach 21 T

sammelnd nach 40 T

Drohne

3 T

6 T

15 T

nach 24 T

begattungsfähig nach 40 T


*Bestäubung

80 % aller Blütenpflanzen in Deutschland werden von Bienen bestäubt.

Gurken, Kürbis (Zucchini z. B.) zu 100 %

Apfel, Birne, Pfirsich zu 65 %

Erdbeere, Raps, Sonnenblume zu 25 %

Tomate zu 5 %

 

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