Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Chronik Merkstein nur 2016

Chronik des Bienenzuchtvereins Merkstein 2016


Klimabedingungen


Rückblickend ist 2016 ein warmes Jahr, eines der bisher wärmsten seit den Wetteraufzeichnungen. Gemessen an der Sonnenscheindauer entpuppt es sich als eher durchschnittlich. In unserer Region erleben wir das erste Viertel sogar als eher feucht und kühl. Der Juni ist so nass wie in fünfundzwanzig Jahren nicht mehr. Der Frühsommer überrascht mit Unwetterneigung. An unserem Wohngebiet ziehen die Tornados, die Wolkenbrüche und der damit verbundene Starkregen zum Glück vorbei, so dass unsere Stände verschont bleiben. Zu Ende August gibt es dann doch noch Hitze mit Temperaturen über dreißig Grad.


Hasenglöckchen – Hyacinthoides non-scripta

seltene Pflanze der Bördenlandschaft (Rurtal bei Barmen/Jülich)

Insgesamt liegt die Jahresniederschlagsmenge im unteren Normbereich (ca. 720/730 mm /qm). 2014 und 2015 blieben noch etwa trockener. 2014 und 2015 waren zudem  noch wärmer.

Mitte Nov. wird es nachts sehr kalt, die Bienen gehen aus der Brut. 14 Tage danach ist die OX-Behandlung günstig (weitgehende Brutfreiheit).

Der Dezember 2016 fällt sehr sonnig und trocken aus. Es gibt dann schon tiefe Temperaturen Anfang 12, so dass die Bienen in der Traube sitzen, was für die Oxalsäurebehandlung gegen die Varrroamilbe wichtig ist.

Die Ertragslage, sowohl für Früh- und Sommertracht, kann für 2016 als zufriedenstellend bezeichnet werden. Zwischen den Ständen liegen z.T. Luftlinienentfernungen von zehn und mehr Kilometern, so dass Schwankungen im Ertrag nicht ausbleiben. Der Sommerhonig ist 2016 in seinem Aroma deutlich von der Linde geprägt.


Vereinsleben


Das Imkerjahr beginnt im Herbst des Vorjahres mit der Vorbereitung der Bienenvölker auf den Winter. Das Vereinsjahr hält sich an den Kalender.

Das heißt für uns 2016: Hauptversammlung am 01. Februar um 19:30 Uhr im Vereinslokal Reischl in Alt-Merkstein.

Von unseren insgesamt neunzehn Mitgliedern erscheinen elf zu unserer Vollversammlung. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist dann die Wahl des Vorstandes für die nächsten vier Jahre. Nach teils kontroverser Diskussion einigen sich die Anwesenden schließlich auf den neuen Vorstand mit dem Vorsitzenden Johannes Billmann, seiner Stellvertreterin Dorothea Barde, dem Kassenwart Dietmar Gruhn und dem Schriftführer Heribert Kaußen.


                    

             Der neue Vorstand 2016, von links: Johannes Billmann, Dorothea Barde, Heribert Kauß


An den Versammlungs- und Stammtischterminen ändert sich im Jahre 2017 gegenüber 2016 nichts. 

Versammlung: 1. Montag des Monats, 19:30 Uhr, Gaststätte Reischl

07.03., 02.05., 04.07., 05.09., 07.11.2016

Stammtisch: 1. Freitag des Monats, 19:30 Uhr, Gaststätte Reischl

01.04., 03.06., 05.08., 07.10.2016



Für den 17.04. wird eine Trachtwanderung geplant, das Sommer-/Herbstfest soll am 03.09. sein und die Ambrosiusfeier am 11.12.


In der Versammlung vom 07.03. wird die Wahl der Kassenprüfer für 2016 nachgeholt. Gewählt werden Georg und Ingo.

Erste Arbeiten an den Völkern sind Thema: Gesundheitscheck, Futterkontrolle, Möglichkeiten der Nachfütterung, Volksstärke abschätzen,  zeitweise Aufsetzen schwacher Völker auf starke zwecks Erholung, Vereinigung von Völkern

Aus akutem Anlass diskutiert die Runde über AFB, die Lage im Kreisgebiet und über Maßnahmen bei Befall. Doro liefert einen Erfahrungsbericht, Johannes zeigt einen Film zum Thema.


Für den 12. und 13.03. lädt der Merksteiner Kleintierzüchterverein zur Kükenschau ein. In diesem Rahmen baut unser Verein einen kleinen Stand zur Imkerei auf, der viel Interesse findet. U. a. kommen die Kinder des Kindergartens aus Alt-Merkstein, um Küken und Bienen anzuschauen. Neben Imkerutensilien findet vor allem der Schaukasten mit einem kleinen Bienenvolk und der Königin viel Beachtung. Die angebotenen Honigschnittchen finden bei den Kindern reißenden Absatz.


Der Kindergarten zu Gast

Gerne erinnern wir uns an unsere Trachtwanderung am 17.04.2016.

Treffen ist um 14 Uhr auf dem Anwesen von Hiltrud und Dietmar Gruhn. Zunächst geht´s in Fahrgemeinschaft zu einem Spaziergang zum Karl-Alexander-Park mit interessanten Einblicken in Landschaft und Pflanzenwelt. So blühen wegbegleitend Hasenglöckchen, möglicherweise Scilla nonscripta. Die fußmüden bleiben derweil bei Hiltrud. Es ist ein sehr schönes Beisammensein, für das wir den beiden Gastgebern danken.


Den Mittelpunkt der Versammlung vom 02.05.2016 bildet das Referat zur Linienzucht, das unser Ehrenmitglied Rudi Vogel vorträgt.

In seinen Ausführungen lässt Rudi zunächst die Zeit seines züchterischen Wirkens für den Verein Revue passieren. Er bedauert, dass er in all den Jahren keinen im Verein gefunden hat, der willens oder in der Lage gewesen wäre, in seinem Sinne Linienzucht zu betreiben. Auch wenn wir auf unseren Ständen aus den gut veranlagten Völkern nachziehen, kann man das, so Rudi, nicht als Zucht im strengeren Sinne betrachten.

In seinen Ausführungen zur theoretischen Grundlage der Zucht wird deutlich, dass hier schon im Schriftlichen ein erheblicher Aufwand  von Nöten ist. Hinzu kommt, dass eine relativ hohe Völkerzahl (12, besser mehr) vorgehalten werden muss.

Die zeitliche und finanzielle Belastung, allein für Königinnentausch zwecks Fremdprüfung (Transport, Verschickung), sind nicht zu unterschätzen.

Wahrscheinlich ist die Summe des Aufwandes letztlich der Grund, warum keiner unserer Halter sich ernsthaft der Linienzucht zugewandt hat.

Zum Abschluss seines Referats gibt Rudi dann noch Tipps, wie wir mit eingeschränkten Möglichkeiten an der Verbesserung des Genpools unserer Bienen arbeiten können (Eintragung unserer Beobachtung an den Völkern als Auswahlkriterium für die Standbegattung in diff. Fragebögen).

Im Anschluss an die Ausführungen dankt der 1. Vorsitzende dem Referenten für seine langjährige Hilfe innerhalb des Vereins (Bereitstellung von durchgezüchtetem Sklenar-Carnica-Erbgut, nebst Ratschlägen) und der ausführlichen Darstellung der Zuchttheorie, die uns auf Grund der Komplexität noch ein wenig ratlos zurück lässt.

Zum Verstehen bedarf es sicher der weiteren Beschäftigung.


Was bringt der Mai noch?

Neben AFB ist Kalkbrut hier und da ein Problem. Hängt es mit der feucht-kühlen Witterung zusammen? Wir hoffen auf den Mai und ansteigende Temperaturen.

Der Nektareintrag ist bei den stärkeren Einheiten durchaus gut. Was allgemein auffällt, ist der starke Bruteinschlag und der hohe Ansatz von Drohnenbrut. Hier und da zeigt sich ausgeprägte Schwarmlust. Schröpfen scheint das Gebot der Stunde zu sein.

Die Robinienblüte (Akatientracht) fällt, wie so oft, auch 2016 dem Regen zum Opfer. Dafür honigt in diesem Jahr die Linde wieder.

Blauflüglige Ödlandschrecke – Oedipoda caerulescens

Bergehalde Wilsberg/Herzogenrath


Wie geplant, können wir am Samstag, dem 03. September unser Spätsommerfest bei Doris und Franz-Josef  in Kohlscheid feiern. Das Wetter spielt mit. Auftakt bildet ein Spaziergang zu und auf die Bergehalde Wilsberg mit freiem Blick von der Kuppe über das Land.

Wer den Spaziergang nicht mitmacht, stößt um 16:30 Uhr zur Gruppe.



Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen. Der ist sehr lecker, dank Dietmars Künsten. Im Laufe des Spätnachmittags und  des Abends ist dann Grillen angesagt. Franz-Josef und Markus betätigen sich als Grillmeister. Die mitgebrachten Salate und das frische Brot munden. Der schöne Hausgarten rundet das Wohlfühlen ab. Wir danken Doris, Franz-Josef und Markus für die umsichtige, gute Bewirtung und somit auch für das gelungene Fest.



Die Versammlung vom 05.09. diskutiert vor allem Fragen der Varroabehandlung und der Auffütterung für den Winter.

Die letzte Versammlung des Kalenderjahres am 07.11.2016 bietet sich für einen Rückblick an. Johannes dankt für die Ausrichtung des Festes im September.

Er referiert anschließend zum Thema Honigverarbeitung. Schwerpunktmäßig geht er auf häufige Fehler ein und zeigt Maßnahmen zur Vermeidung.

Der Jahresabschluss gilt dem Totengedenken in der Messe in St. Willibrord. Auf dem Altar steht dann immer eine schöne, große Kerze aus echtem unverfälschtem Bienenwachs, die Johannes, schon wie sein Vater, in jedem Jahr gießt und dem Pfarrer übergibt.

In 2016 ist Pfarrer Intrau sehr eingehend auf Leben und Werk des Hl. Ambrosius, des Patrons der Imker, eingegangen, was uns sehr freut.


Im Anschluss essen die Imkerinnen und Imker mit ihren Partnerinnen und Partnern gemeinsam zu Mittag und sitzen noch ein Weilchen in froher Runde beisammen und üben sich in Harmonie.










 

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