Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Honig Propolis Co

Die Basis: Nektar

Wenn im Frühjahr die Pflanzen erblühen, beginnen die Bienen mit ihrem Sammelflug. In den Blüten finden die Bienen den süßen Nektar, den sie als Nahrung benötigen. Sie tragen den gesammelten Nektar heim und speichern ihn in den Waben.


Vom Nektar zum Honig

Ehe aus dem Nektar Honig geworden ist, hat er einige Stationen durchlaufen. Am Flugloch übergeben die Sammelbienen den Inhalt ihrer Honigblase den Stockbienen. Sowohl die Flugbienen als auch die Stockbienen setzen dem Nektar körpereigene Sekrete zu, die den Zweck haben, den Nektar bzw. Honig haltbar zu machen. Die zugesetzten Enzyme wirken antivirös und antibakteriell. Die Stockbienen entnehmen den Nektar mehrfach wieder den Zellen und tragen ihn um. Dabei wird der Pflanzensaft zunehmend eingedickt indem Feuchtigkeit entzogen wird. Dies wird unterstützt durch die Ventilation, welche die Bienen durch Flügelschlagen erzeugen. Feuchte Luft wird so nach außen transportiert. Im reifen Zustand sollte der Honig unter 18 % Wasser enthalten. In dieser Form bleibt der Honig lange haltbar.


Bild 1: Schneeglöckchen, Crocus, Biene vom 17.02.2011

Bild 2: Bienen und Steinhummel auf ungefüllten Dahlien am 03.07.2011


Die Ernte

Bei der Schleuderung nimmt der Imker dem Bienenvolk den Honig. Auch jetzt kommt es auf sorgfältiges Tun an. Hygiene ist oberstes Gebot.

Honig kann unterschiedliche Konsistenz haben, von flüssig, über schmalzig bis fest. Das liegt einmal daran, welcher Nektar eingetragen wurde (unterschiedliche Zuckerzusammensetzung) und wie der Imker den Honig behandelt hat. Letztlich behält der Honig immer die Tendenz, Kristalle zu bilden und sich zu verfestigen. Durch fleißiges Rühren gelingt es dem Imker, eine grobe Kristallbildung zu verhindern. So erreicht er einen feinkristallinen Honig von streichfähiger Konsistenz wie die meisten Kunden ihn wünschen. Bestimmte Honige, zum Beispiel der Honig aus Robinienblüten, bleiben lange natürlicherweise flüssig. Honig aus der Heide (Calluna vulgaris – Besenheide) wird sogar geleeartig.


„Waldhonige“

Bisher sprachen wir von Blütenhonig. Es gibt aber auch Honig, der nicht aus Blüten gesammelt wird, der sogenannte Tautrachthonig.

Er ist besser bekannt unter den Bezeichnungen Waldtracht, Tannen- oder Fichtenhonig - je nach Herkunft.

An Pflanzen saugen Blattläuse den zuckerhaltigen Pflanzensaft. Dabei scheiden die Blattläuse überzähligen Zuckersaft aus. Er überzieht als klebrige Masse das Blattwerk. Diese Zuckerrückstände (Honigtau) werden von Insekten wie Ameisen und auch Honigbienen gesammelt. Tannen und Fichten sind in manchen Jahren stark von bestimmten Blattlausarten (Lachniden) befallen. Die Honigbienen können dann große Mengen Honigtau eintragen. Es entsteht so ein dunkler, lange zähflüssig bleibender, aromatischer Honig.


Pollen

Weitere Produkte, die der Imker dem Bienenvolk entnehmen kann, sind der Pollen und das Bienenbrot. Bei ihrer Sammeltätigkeit an den Blüten gewinnen die Bienen auch Blütenstaub. Diesen tragen sie an ihren Hinterbeinen zum Stock. Dort kann der Imker mit einer sogenannten Pollenfalle den Bienen einen Teil der Pollentracht abnehmen. Der Pollen ist als Eiweißträger zur Nahrung für die Bienenbrut gedacht. Er ist, je nach Herkunft, unterschiedlich gefärbt. Meist ist er ocker oder gelb (z. B. Löwenzahn), kann aber auch andersfarbig sein. Man schreibt dem Pollen eine gesundheitsfördernde Wirkung auch für den Menschen zu. In getrockneter Form werden die ovalen Pollenklümpchen, meist in Gläsern verpackt, zum Kauf angeboten.

Entnimmt der Imker den mit Honig vermischten Pollen aus den Waben, so nennt man dies Bienenbrot. Auch Bienenbrot kann man kaufen. Dem Bienenbrot wird ein noch höherer Nutzen für das Wohlbefinden zugesprochen als dem Pollen.


Kittharz / Propolis

Zur Abdichtung und Desinfizierung ihrer Wohnung stellen die Bienen Kittharz her. Dazu besuchen sie Bäume (meist Pappeln), sammeln an den Knospenschuppen den klebrigen Harzüberzug, versetzen ihn mit Drüsensäften und gewinnen so ein natürliches „Antibiotikum“, die Propolis. In Alkohol gelöst ist sie im Handel erhältlich. Der eine oder andere kaut auch die Propolis als Prophylaxe gegen Erkältungskrankheiten. Propolis eignet sich in aufgelöster Form (Alkohol) auch hervorragend als Wundverschluss beim Schnitt von Bäumen und Sträuchern.


Bienenwachs

Wachs ist eine körpereigene Substanz der Bienen. An der Unterseite des Hinterleibs sitzen zwischen den Schuppenringen Wachsdrüsen, die das Wachs absondern. Die Biene streift die Wachsplättchen mit den Hinterbeinen ab. Diese übergeben sie den Mandibeln (Kieferzangen). Mittels der Mandibeln knetet die Biene nun das Wachs und verbaut es zu Zellen. Die Bienenwabe besteht samt und sonders aus Wachs. Jungfernwachs (ganz frisches Wachs) ist ganz hell. Die honiggelbe Farbe kommt zustande, weil die Bienen das Wachs mit Propolis (Kittharz) vermischen (Desinfizierung). Teils stammt die Färbung auch aus den Pflanzenfarben, die aus dem eingelagerten Pollen-Honig-Gemisch stammen. Manche Menschen kauen deshalb Wachs, oft auch mit Honig gefüllte Wabenstücke, im Handel als Kauwachs und Scheibenhonig erhältlich.

Die Bienen erneuern im Laufe des Sommerhalbjahres ständig ihren Wabenbau, so dass der Imker auch ältere Waben entnehmen und einschmelzen kann.

So gewinnt er Wachs für Kerzen und Rohstoff für sonstige Zwecke.


Honigsensorik

Die meisten Honige, die man im Handel, aber auch bei den Imkern kauft, sind Mischhonige natürlichen oder künstlichen Ursprungs.

Die Bienen sammeln im Laufe des Frühjahrs zum Beispiel in einem Zeitraum von mehreren Monaten an den unterschiedlichsten Pflanzen Nektar. Dieses Nektargemisch bestimmt das Aroma des Honigs. Frühjahrsblütenhonig kann man so auch als natürlichen Mischhonig bezeichnen. Solche Honige bieten meist Imker an, weil sie den Honig so verkaufen, wie sie ihn den Völkern entnehmen.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, Honige verschiedener Herkünfte miteinander zu mischen, um ein bestimmtes Aroma zu erzielen. Man könnte diese Honige auch als künstliche Mischhonige bezeichnen. Gerade im Handel wird dieses Verfahren oft angewandt, um ein gleichbleibendes Aroma zu erhalten, was den Kunden als typisches Honigaroma erscheint.

Neben Mischhonigen gibt es aber auch Sortenhonige. Diese Honige entstammen überwiegend dem Nektar oder dem Honigtau einer bestimmten Pflanzenart.

Bekannte Sortenhonige sind zum Beispiel Linden-, Edelkastanien-, Löwenzahn-, Raps-, Tannen- und Fichtenhonig, um nur einige zu nennen.

Ähnlich wie beim Wein haben Sortenhonige in der Regel ein ausgeprägtes Aroma. Farbe und Konsistenz sind ebenfalls sortentypisch.

Sortenhonige sind in der Regel teurer als Mischhonige, weil ihre Gewinnung den Imker vor höhere Anforderungen in Bezug auf Zeit und Gerät stellt. Er muss mit seinen Völkern meist über kleinere oder größere Strecken wandern, um einen genügend ertragreichen Reinbestand (z.B. ein Rapsfeld, einen Lindenwald oder ein Heidegebiet) zu erreichen.

Es gibt keinen Qualitätsunterschied zwischen Misch- und Sortenhonigen. Es ist einzig eine Frage des individuellen Geschmacks, ganz sicher bei heimischen Honigherkünften.

 



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