Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Bienen

Die Anfänge

Die älteste fossile Biene fand man in Nordamerika in einem Bernstein. Sie war so gut erhalten, dass man sie einer Gattung zuordnen konnte, einer Gattung, deren Arten ausschließlich staatenbildend sind. Der Fund wird auf 80 Millionen Jahre datiert.

In Millionen von Jahren haben sich Blütenpflanzen und Bienen aneinander angepasst. So ist eine hohe gegenseitige Abhängigkeit entstanden.

Als Bestäuber der Blütenpflanzen nehmen die Bienen einen hervorragenden und unverzichtbaren Platz im Ökosystem ein.


Der Begriff „Biene“

Der Begriff „Biene“ ist eng mit der allgemein bekannten Honigbiene verbunden, die seit Menschengedenken als Haustier gehalten wird. Immer mehr wird aber auch bekannt, dass neben der Honigbiene in Mitteleuropa mehrere hundert Bienenarten leben. Die weitaus meisten von ihnen sind Solitärbienen, das heißt, sie bilden keine Völker, wie das die Honigbienen tun.

Abb. unten: vier Solitärbienenarten

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Abb. o. r.: Andrena barbareae oder cineraria; Abb. o. l.: ebenfalls eine Solitärbienenart

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Abb. l.: Gehörnte Mauerbienen – Osmia cornuta bei der Kopulation; Abb. r.: Heriades truncorum?


In der Folge beschäftigen wir uns ausschließlich mit der Honigbiene. Ursprünglich war die Westliche Honigbiene, Apis mellifera, mit ihren Unterarten in weiten Teilen Europas, Vorderasiens und Afrikas beheimatet. Mittlerweile hat der Mensch sie weltweit verbreitet. In Asien leben einige andere Arten der Gattung Apis (Bienenrassen).


Das Bienenvolk

Das Bienenvolk besteht aus vielen tausend Arbeiterinnen (bis zu 60 000), etwa tausend Drohnen und einer Königin. Die Volksstärke kann nach Jahreszeit und Witterungsverlauf stark schwanken. Die Aufgaben im Bienenvolk sind unterschiedlich verteilt. Die Königin legt sowohl befruchtete als auch unbefruchtete Eier. Aus den befruchteten Eiern wachsen Arbeiterinnen und in beschränkter Zahl auch Königinnen heran. Aus den unbefruchteten Eiern entstehen Drohnen, die männlichen Geschlechtstiere. Die ausschließliche Aufgabe der Drohnen besteht in der Begattung von Jungköniginnen. Sie sammeln selber keine Nahrung, sondern werden von den Arbeiterinnen gefüttert.



Die Arbeiterinnen übernehmen vielfältige Aufgaben im Volk, als Ammen, als Putzerinnen, als Wächterinnen, als Baubienen beim Wabenbau, als Aufbereiterinnen des Nektars zu Honig, beim Einlagern von Pollen und schließlich als Sammlerinnen von Nektar und Pollen. Der Pollen ist vorwiegend Eiweißnahrung für die Brut. Der aus den Blüten gesammelte Nektar wird zu Honig umgearbeitet und dient den erwachsenen Tieren als Nahrungsgrundlage. Im Gegensatz zu Wespen und Hummeln überwintert die Honigbiene im Volk. Die Biene hat damit eine beeindruckende Anpassungsleistung an bestimmte Klimagegebenheiten erreicht. Dabei gelingt es dem Bien (Bienenvolk), auch längere Perioden ungünstiger Wetterbedingungen zu überleben. Die Bienen überwintern allgemein in einer Volksstärke von 5 000 bis zu 25 000 Individuen. Sind die Völker schwächer, überleben sie u.U. den Winter nicht. Natürlich stirbt im Laufe des Winters ein Teil der Tiere auch in starken Völkern. Das ist der natürliche Totenfall. Trotzdem überleben in der Regel so viel Bienen, dass im Frühjahr ein zügiger Start gelingt. Die Honigbiene ist das einzige Insekt unserer Breiten, welches früh im Jahr mit relativ hoher Individuenzahl mit der Bestäubung beginnt. Darin liegt im Übrigen ihre überragende ökologische Bedeutung. Schon Anfang, Mitte Juni hat das Bienenvolk den Entwicklungshöhepunkt im Jahreslauf erreicht.



Mit zunehmender Tageslänge beginnt die Königin nach einer Winterpause wieder mit der Eiablage. Die Volksstärke nimmt nun kontinuierlich zu. Jetzt ist es die Aufgabe des Imkers, die Aufwärtsentwicklung zu begleiten, indem er durch Zugabe von Waben und Mittelwänden in den Bienenwohnungen Raum gibt. So können die Bienen optimal die Frühtracht einbringen, sofern das Wetter mitspielt.


Der Schwarm

Der Schwarm ist die natürliche Vermehrungsweise des Biens. Das Volk teilt sich. Ausgelöst wird der Schwarmtrieb von der Volksstärke und von Raumnot. In der Regel von Ende April bis Juli kommt es zum Schwärmen. Durch bestimmte Maßnahmen kann der Imker das Aufkommen von Schwarmtrieb verhindern, so unter anderem durch Ablegerbildung.



In der aufsteigenden Entwicklung legt die Königin bis zu 2 000 Eier pro Tag. Nach Johanni (24 Juni) nimmt die Legeleistung langsam wieder ab und wird im Winter meist ganz unterbrochen (Mitte November, Dezember, je nach Witterung).


Honigernte und Trachten: Frühtracht, Spättracht, Tautracht

In unserer Region kann der Imker normalerweise zweimal im Jahr Honig ernten. Die sogenannte Frühtracht entnimmt der Imker Anfang Juni. Frühtrachthonig wird u.a. eingetragen von Weide, Raps, Schlehe, Wildkirsche, Löwenzahn, Beerenobst, Obstgehölzen, Weißdorn und Robinie.

Ende Juli entnimmt der Imker noch einmal Honig, die sogenannte Sommer- oder Spättracht.

Wichtige Spättrachtpflanzen sind Weißklee, Himbeere, Phazelia, Edelkastanie, Linde und sommerblühende Blumen. Die Sommertracht kann auch Tautracht enthalten. Tautracht sammeln die Bienen von den Blattoberflächen. Den klebrig zuckrigen Blattüberzug erzeugen Blattläuse. An Tanne und Fichte sammeln die Bienen oft große Mengen Tautracht. Sie machen daraus den Waldhonig (Tannen-, Fichtenhonig). Ergiebige Waldtrachten sind aber in der Regel auf Mittel- und Hochgebirge beschränkt.


Das Auffüttern, die Winterversorgung

Da der Imker in den Schleuderungen den Bienen den Löwenanteil der Futtervorräte wegnimmt, muss er für anderes Winterfutter sorgen. Als Ersatz bietet er den Bienen unmittelbar nach der zweiten Schleuderung Zuckerlösung an. Diese arbeiten die Bienen dann zu Winterfutter um. Sie lagern es in den Zellen der Waben ein. Davon zehrt das Bienenvolk bis zum Frühjahr.

 




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