Der Bienenzuchtverein Merkstein

Die Imker in Herzogenrath-Merkstein

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Aktuelle Meldungen


06.04.2017

Für Leute, die nicht gerne schwer heben!

 

Im Deutschen Bienenjournal 2017, 2 und 4 sowie demnächst 6, erläutert der Imkermeister Jürgen Binder seine Betriebsweise mit eingeschränktem Brutraum.

Zum besseren Verständnis des Gesagten empfiehlt sich die Lektüre zweier Artikel im Menü-Punkt „Fachbegriffe“ auf unserer Internet-Seite – „Imkern mit der Großraumbeute“(Dietmar Bothe) und „Beute und Brutraumgröße“(Erläuterungen u. Diskussion zum Thema von H. Kaußen).

Unterschiede im Verfahren zwischen Bothe und Binder relativieren sich, wenn man bedenkt, dass D. Bothe in Kunststoffbeuten imkert, J. Binder, nach den Fotos im Beitrag zu urteilen, in Holzbeuten.

In Kunststoffbeuten sind Thermoschiede (J. Binder) von eher untergeordneter Bedeutung.

 

– hier nun stichwortartig aus DBJ/2/17/S20f die Ausführungen von Jürgen Binder

 

BrR nur so groß, dass Kö uneingeschränkt legen kann

FuW, HoW u.PoW in nur sehr begrenztem Umfang im BrR

BrR, 21 x 2.000 EE dafür max. 42.000 gleichzeitig benötigte Brutzellen

 

– nach Dr. Josef Bretschko (österreich. Bienenwissenschaftler) legt eine Kö bei Naturschwärmen in Ausnahmefällen kurzzeitig bis zu 3.500 EE/Tg – was sich aus der Natur der Sache erklärt

– nur 20% der KöKö legen im Schnitt überhaupt 2.000 EE/Tg

Zelldurchmesser im Schnitt 5,4 mm

1 ZW hat ca. 6.600 Zellen, BrN braucht max. 8 WW

1 DN hat ca. 5 200 Zellen, BrN braucht max. 9 WW

1 mod. Dadant hat ca. 8.100 Zellen, es braucht max. 6 WW i. Brutnest Ende April, Anfang Mai bis Ende Juni

– reicht auch bei kurzfristig erhöhter Legeleistung

– mehr Raum wird von Bie mit Ho, Po gefüllt, daher Schied

– FuW, HoW, PoW gehören nach Möglichkeit hinter Schied (auch Sommer, besser ganz herausnehmen)

 

Herbst: Bienensitz auf Waben einengen, die voll belegt sind, indem beiderseits Thermoschieds eingefügt werden – bei starken Völkern u. U. 8 ZW, 9 DNW

– geschlossener Boden zur Verbesserung des Wärmehaushaltes

 

Kaußen: Gedanken zur Auffütterung in Anlehnung an Imkermeister Maaßen (Vortrag Anfang 3/17 in Stolberg-Vicht auf dem Kreisvertretertag AC)

Maaßen „überfüttert“ einen Teil seiner Völker und entnimmt dann schon im Herbst die überschüssigen FW, um sie nach Bedarf im Laufe des Spätwinters/Frühjahrs o. in Ablegern einzufügen

Im Spätherbst schrumpfen die Völker. Man kann sukzessive den Bienensitz einengen (von Okt. bis inkl. Febr. werden ca. 7kg Fu gebraucht – max. 4 FuW DN o. 3 FuW Z – März u. April noch je 1 kg Futterreserve – wird oft nicht mehr benötigt, muss aber im Volk bleiben)

Mit 10 kg Winterfutter müsste man unter 200 NN auf der sicheren Seite sein, auch bei nass-kaltem Frühjahr.

So kann man mit 2 normal hohen Zargen beginnen und bis zum Spätherbst den Wintersitz anpassen. Arbeitet man mit 2/3 –hohen oder 1/2 -hohen Zargen im HoR, so stört das auch nicht, weil parallel im Herbst immer genügend Waben für den BrR entstehen.

– randständige PoW werden entfernt, da sie zum Schimmeln neigen

– Einengung ist auch noch im Februar möglich

– während der Auswinterungsphase sind noch Futterkränze auf den Brutwaben

– erst nach Durchlenzung kommt das Volk in Fahrt

– erst wenn die Brutwaben zu 80 bis 90 % bebrütet sind, wird mit einer FuW* erweitert

 

*Unklar ist, ob die Futterwabe vor oder hinter das Schied gehängt wird. Ich vermute, vor das Schied, so dass die Bienen nach Verbrauch des Futters diese freiwerdenden Zellen zum Brutnest nehmen.

Eine weitere Frage ist: Wo platziert man in diesem System den DrR? – vermutlich am Rande des Brutnestes innerhalb des Schieds

– Futter hinter Schied wird bei Bedarf mühelos geholt

– Bienen brüten bis zum Thermoschied und lagern dort weder Po noch Ho ab

 

„ Bei kalten Beutenwänden bleibt hingegen die äußerste Wabe unbebrütet. Darin lagern die Bienen dann Pollen und Futter ein, die ebenfalls wie eine Isolierung für das Brutnest wirken.“(J. Binder, DBJ, 2/17, S. 21, 1. Kolumne)

 

– Pollenbretter sollen schon im Herbst entfernt werden

– alle unbesetzten W aus dem BrN

– in 2 eine FuW oder 16/8 als Reserve – Futterkontrolle!

– 2. Raum spätestens am Ende des Winters möglichst früh wegnehmen (der untere in der Regel) und den Bienensitz durch Thermoschiede nach beiden Seiten einengen

 

„Kein in Deutschland gebräuchlicher Brutraum ist für die volle Legeleistung einer Königin zu klein.“(ebenda, S.21, 2. Kolumne)

Gemeint sind wohl normalhohe Zargen von DN (11W), Z (10 W), in jedem Fall von Dadant, Langstroth, möglicherweise geht auch TaunusZ (9 W)

– Der Raum für die im aufsteigenden Jahr rasch wachsende Bienenmasse muss im Honigbereich gegeben werden

– In der gesamten Erntezeit – vom Aufsetzen des 1. HoRs bis zur 2. Schleuderung – bleibt das Brutnest unverändert. Es wird zwar regelmäßig kontrolliert, aber nicht mehr verändert!

 

Gruß

 

Heribert



Merkstein, den 22. März 2015 


Liebe Imkerinnen und Imker!


„Der Frühling kommt in kleinen Etappen

In den vergangenen Wochen waren die Nächte fast durchgehend kalt. Das hat die Völker davon abgehalten, große Brutnester anzulegen. Sie verbrauchen relativ wenig Futter. So ist das Waagstockvolk am Lehrbienenzentrum in Hohenstein in den vergangenen vier Wochen täglich etwa 100 g leichter geworden. 
Nach dem ersten Frühlingslüftchen am Sonntag, den 8. März, soll es in der kommenden Woche zwei oder drei weitere Frühlingstage mit frostfreien Nächten geben und danach erneut kühler werden.
Schneeglöckchen, Krokusse und Kornelkirsche blühen und wurden bzw. werden auch von Bienen beflogen. Die Salweidenblüte wird sich verspäten. 
Die Völker sind noch nicht in Schwung. Sie haben zurzeit etwa halb so viele Brutzellen wie Bienen und mehr offene als verdeckelte Brut. Mit einem deutlichen Anwachsen der Bienenzahl ist vor Ende März/Anfang April nicht zu rechnen.
Deshalb ist an den Völkern nichts oder wenig zu tun. Wenn noch nicht geschehen sollten die Mäusegitter entfernt werden.“

Diesem vorgestellten Zitat Gerhard Liebigs aus der Web-side der Ruhrstadt-Imker vom 15.03.2015 ist nichts hinzuzufügen, will man die gegenwärtige Situation beschreiben.


 

Scilla sibirica, 22.03.15 neben Moschuskraut (Adoxa moschtellina), nur Laub  

 

Hasel, Krokus und Schneeglöckchen sind im Abblühen begriffen. Während der wenigen Flugtage in den letzten Wochen lieferten sie den Völkern ersten Nektar und Pollen. Sicher haben auch Erle, Schneeheide und Christrosen zum Angebot beigetragen. Die Bienen konnten zumindest ihre Reinigungsflüge absolvieren, was der Ausbreitung von Nosemose und Amöbenruher entgegen wirkt. Bisher beobachte ich dafür auch keine Anzeichen: Es wären mit breiigem Kot bekleckerte Flugbretter und Fronten, erhöhter Totenfall in und vor den Beuten.

Die Bienen brüten zu Beginn des Jahres 2015 eher verhalten - jedenfalls bei mir. Mein Imkerfreund G. hat da andere Erkenntnisse. Er stellte am 23.03. fest, dass seine Wirtschaftsvölker schon umfangreiche Brutflächen pflegen.

Da ich meinen Völkerbestand bis auf zwei Ableger reduziert habe, gewissermaßen bis auf Restposten, sind meine Beobachtungen nicht unbedingt repräsentativ.

 

Wie sieht es sonst in der Natur aus?


 

Huflattich – Tussilago farfara, 22.03.15


Am 28.02. hörte ich abends die erste Singdrossel.

Am 12.03. schien die Sonne. Bei 12° Mittagtemperatur sammelten drei Erdhummelköniginnen, eine Gartenhummelkönigin und einige Osmia-Männchen, wahrscheinlich der Gehörnten Mauerbiene, an Schneeglöckchen, Krokus und Nieswurz. Im Nachmittag gegen 16 Uhr und dann noch einmal um 17 Uhr überflogen Kraniche in großer Zahl unser Gebiet.

Lungenkraut blüht schon länger. Das Scharbockskraut hat in den letzten Tagen erste gelbe Sternchen geöffnet. Die Kornelkirsche blüht schon eine ganze Weile. Maßliebchen und Salweide haben begonnen. An warmen Stellen leuchten schon manche Büsche schweflig in voller Pracht. Die Kirschpflaume könnte bald ihre schon weiß schimmernden Knospen öffnen. Im Vorbeifahren meine ich am Straßenrand schon offene gesehen zu haben. Die Schlehe sitzt auch in den Startlöchern.

Leider drückte der Hochnebel in den letzten Tagen die Temperaturwerte wieder auf ungemütliche 5 bis 7°. Flug war nicht zu sehen. Eine nachhaltige Änderung ist für die überschaubare Zeit nicht in Sicht. Es wird spät. Die Futtervorräte sollten im Blick sein.

 

Voll erblühte männl. Salweide – Salix caprea, 22.03.15


 Montag und Dienstag, 23./24.03., waren die Völkchen bei schlappen 11 bis 12° bei teils sonnigem Wetter stundenweise fleißig unterwegs, sammelten eifrig Pollen und sicher auch frischen Nektar.

Heute regnet es.

Donnerstag, Freitag, Samstag (bis mittags), also 26., 27., 28.03. sammelten die Bienen selbst bei nicht optimalen Temperaturen ( um 10° bis 12°). Einige wenige beflogen Helleborus foetidus (Nieswurz) selbst bei 7°!

Es blühen jetzt auch  hier Viola oderata, Duft(März)veilchen und Glechoma hederacea, Gundermann (Gundelrebe).

Heute 29.03. regnet es anhaltend und stürmt. Unsere Bienen haben es in diesem Jahr nicht leicht. Die Salweide kann nicht ausreichend genutzt werden. Die kommende Woche lässt wenig Hoffnung. Ich habe Mittelwände eingelötet, aber noch nicht zugehängt. Ein Blick auf die Futterkränze sollte möglich sein, ist sicher auch hier und da notwendig.


 

Der Rote Hartriegel – Cornus sanguineum, 22.03.15, macht seinem Namen alle Ehre. 

 

Auf unserer Internet-Seite ist jetzt das Jahresprogramm eingestellt. Dank an unseren Webmaster D. B.!

Mit der Anschaffung eines Beamers sind wir bei der Vermittlung von Kenntnissen einen Schritt weiter. Wir können jetzt, wenn nötig, auch Beiträge mit Bildmaterial ergänzen.

Die Grippewelle ist abgeklungen, die hohen Völkerverluste, scheints, nicht. Ihr könnt also wieder die Versammlungen besuchen und euch schlau machen!

 

Bleiben wir hoffnungsfroh!

 

Gruß

 

Heribert

  




Merkstein, den 28.01.2015

 

Liebe Imkerfreundinnen und –freunde,


noch ist Ruhe auf den Ständen. Muße, einmal zurück zu schauen auf Spätsommer, Herbst und Winter 2014.

Von den Instituten wurden schon im Herbst hohe Völkerverluste prognostiziert. Der eine und andere Imker stellte auch bereits fest, dass in manchen Beuten schon im Vorwinter das Leben erstarb. Leere Kästen mit Futtervorräten oder solche mit kleinen Häuflein verstorbener Bienen bei ausreichendem Futter ließen auf Varroaschaden schließen.

In solchen Fällen ist ein kritischer Rückblick von Nöten, denn die Fehler wurden ja im Spätsommer und Herbst gemacht. Zu förderst ist wohl fehlende oder falsche Beurteilung des Varroabefalls ab Mitte Juli 2014 zu nennen. Wer sich die Diagnose sparte, stocherte bei seinen Bekämpfungsmaßnahmen im Dunkel.

Man kann nur immer wiederholen, was seitens der Fachleute gesagt wird:

Entscheidend ist nicht, wie viele Milben fallen, sondern, wie viele im Volk verbleiben.

Laut Aumeier/Liebig (DBJ 2/15) bedeutet

1 Milbe nat. Totenfall/Juli x 150 in etwa Anzahl der im Volk befindlichen Milben

1 Milbe nat. Totenfall/August x 200

1 Milbe nat. Totenfall/Sept. x 250

1 Milbe nat. Totenfall/Dez. x 500

 

Behandlungsnotwendigkeit nach Aumeier/Liebig im August

Wirtschaftsvölker: > 10 Milben nat. Totenfall/Tag; Ableger: > 5 Mi. nat. Totenfall/Tag

 Aumeier/Liebig raten von zu früher Behandlung ab, da selbst bei einem durchschnittlichen täglichen, natürlichen Totenfall von 40 Milben pro Tag (ca. 6000 Milben im Volk) Ende Juli bei einem starken Volk (60000 Bienen) mit der Behandlung noch bis Mitte August gewartet werden könne.

Begründung: Altvölker vermindern in diesem Zeitraum stark die Bruttätigkeit, so dass bei späterer Behandlung die Brutschäden weniger stark ausfallen, zudem bei einer frühen Behandlung bei noch ausgedehnten Flächen verdeckelter Brut die Behandlungswirkung geringer ist als zu einem späteren Zeitpunkt mit verminderteren Brutflächen.

Es soll auch bis zur ersten Behandlung der Wirtschaftsvölker nicht flüssig gefüttert werden. Ca. 4 kg Honig in den Randwaben reichen für August aus. Je trockener die Atmosphäre im Stock, um so wirkungsvoller AS-Dämpfe.

Manche Experten (z.B. Dr. Ritter) empfehlen in Hinblick auf Zeitpunkt der Behandlung und Verteilung der Fütterung andere Vorgehensweisen.

Das Für und Wider ist durchaus diskussionswürdig.

Im Sommer gebildete Ableger, die damals mit Milchsäure behandelt wurden, können noch warten. Mitte/Ende Sept. ist der richtige Behandlungszeitraum, weil Ableger in der Regel noch stark im August und Anfang Sept. brüten.

Der Erfolg der Behandlung sollte in jedem Fall Ende Sept./Anfang Okt. noch einmal mittels Windeldiagnose überprüft werden. Fallen in Wirtschaftsvölker > 5, in Ablegern > 1 Milben nat. Totenfall, muss sofort nachbehandelt werden.

Ab 0,5 oder < 0,5 Milben nat. Totenfall kann Nachbehandlung und eventuell auch Oxalsäurebehandlung unterbleiben (Anmerkung des Autors ).

Anhand dieser Ausführung kann jeder, der bei sich Probleme beobachtet, zumindest in Hinblick auf die Varroabekämpfung, sein Handeln überprüfen.

 

Gruß Heribert



Merkstein, den 02.07.2014


Liebe Imkerfreundinnen und -freunde,


gegenwärtig ist die Tracht noch in vollem Gange. Wo vorhanden, werden Linde, Weißklee, manche Liguster-Sorten und die Brombeere stark beflogen – daneben natürlich auch blühende Sommerblumen.

Gestern (01.07.) fand ich blühende Silberlinden auf dem Lindenplatz in Würselen vor. Die Silberlinde (Tilia tomentosa) gehört zu den spät erblühenden Arten. Die Lindenblüte wird danach hier in naher Zukunft zu Ende gehen, auch wenn  wir die geschützte Lage für das von mir beobachtete Blühen berücksichtigen.

So wie ich das sehe, könnte es sinnvoll sein, ab Mitte Juli die Sommerschleuderung zu planen.


Biene auf Weißklee - Trifolium repens

Bartblume (Caryopteris x clandonensis), ein kleiner Strauch, der auch in den kleinen Garten passt, in mehreren Sorten mit unterschiedlich blauen Blüten angeboten wird und von Bienen sehr gern beflogen wird. Er hat neben den schönen Blüten auch zartes, graugrün langlanzettliches Laub – eine Augenweide.


Gruß Heribert


Merkstein, den 23.06.2014


Liebe Imkerfreundinnen und -freunde,


Dr. Gerhard Liebig schreibt auf der Internet-Seite der Ruherstadt-Imker zur aktuellen Varroa-Entwicklung in den Völkern folgendes:


"Kein Grund zur "Varroa-Panik"!

Die wöchentlich durchgeführten Schwarmkontrollen bieten auch Gelegenheit für Gemülldiagnosen zur Überprüfung des Varroabefalls. Wegen des frühen Brutbeginns und der deswegen insgesamt überdurchschnittlich hohen Brutleistung dürfte der Varroabefall im Sommer 2014 höher liegen als im Vorjahr. Auch wenn der natürliche Milbenabfall vor der Sommerhonigernte deutlich über 10 Milben pro Tag liegen sollte, sind vorgezogene Extra-Maßnahmen wie komplette Brutentnahme nicht notwendig. Zu bedenken ist: Die Schadensschwelle im Sommer liegt nach wie vor bei 100 Milben/Tag! Der Sommer dauert von Anfang Juni bis Ende August. Der Varroabefall eines Volkes verdoppelt sich jeden Monat, aus 10 Milben/Tag gegen Ende Juni können bis Ende August fast 50 Milben/Tag werden, aus 20 fast 100. Eine Varroabehandlung nach der Sommerhonigernte kommt immer früh genug!" 


Gruß He.




Merkstein, den 19.06.2014 


Liebe Imkerfreundinnen und –freunde,

 

bei der Arbeit an den Bienen stehen wir immer wieder vor Fragen, die von allgemeinem Interesse sind - hier deshalb ein Stück Korrespondenz mit einem jungen Imkerkollegen!

 

Am 22.05.2014 um 20:10 schrieb NN

 

Hallo He.,

 

wie geht es euch und den Bienen? Habt ihr schon geschleudert? 

Ich habe noch einmal Fragen zu meinen Bienen, bei denen du mir vielleicht weiterhelfen kannst. 

Ich habe ein Refraktometer gekauft und heute Morgen Proben genommen: in der Mitte tolle 16-17 % Wassergehalt, am Rand jedoch leider nur etwa 23%. Ich habe darauf hin die Randwaben in die Mitte gehängt, in der Hoffnung, dass die "Reifung" dort besser erfolgen kann. 

Das Volk hat (wie schon beim Winterfutter) die Eigenart, die Zellen nicht komplett zu füllen, weshalb die Waben max. nur zu einem Drittel verdeckelt sind. Es kommt in den letzten Wochen auch kein neuer Honig mehr dazu.

Ich vermute, dass ich mit der Honigernte noch warten muss. Aber gibt es noch irgendetwas, um die Reifung des Honigs zu beschleunigen? 

Ich habe heute die Windeln rein geschoben, um zusehen, wie eilig es mit der AS-Behandlung sein wird. 

Und noch eine weitere Frage: Ich beobachte im Garten regelmäßig Krabblerinnen, die sich zügig vom Stock entfernen, aber nicht mehr fliegen können. Sie sehen aus wie sehr junge Bienen. Nun ist mir heute beim Löten von MW wieder aufgefallen, dass diese nicht wie bisher aussehen. Sie haben einen weißlichen grieseligen Überzug. Ob dort vielleicht Rückstände enthalten sein können, die den Bienen schaden könnten? Es sind ja nicht viele Bienen, die ich beobachte (ca. 2-4 pro Tag), aber es macht mich schon nachdenklich. 


Herzliche Grüße


NN


 

Ein seltener Anblick – Biene auf Holunderblüte! Das ist wohl der Trachtlücke nach dem Weißdorn geschuldet.

 

Lieber NN,

 

sicher reifen die Honigwaben zentral besser (über dem Brutnest!). Ich weiß nicht, wie ausgeprägt die Trachtlücke bei dir ausfällt. Hier wird inzwischen aus der Robinie eingetragen. Dann verbietet sich das Schleudern, weil der fertige Honig mit frischem Nektar überlagert ist. Wir haben am Samstag geschleudert, 196,580 kg aus fünf Völkern. Das ist natürlich ein vorzüglicher Schnitt. Das Spitzenvolk brachte 48 kg, 11 Brutwaben im BR und über dem Gitter 30 HW. BauR und 6 HW/PW im Trog verblieben als Notration. Einem der fünf Völker entnahm ich aus besonderem Grund nur einen Teil der Honigwaben. Der Schnitt wäre also noch etwas besser ausgefallen. Der lange und warme Nachwinter und das sonnige Frühjahr haben Spuren hinterlassen. Das Spitzenvolk hat eine inselbegattete Carnica-Königin aus Mayener Zucht (2013). Trotz des Riesenvolkes zeigt sie keine Schwarmneigung. Die Tiere sind sanft und wabenstet. Das sind alles Eigenschaften die in den Grabenkämpfen zwischen manchen Buckfast- und Carnica-Ideologen traditionell vorwiegend der Buckfast zugeschrieben werden.

Es zeigt sich, dass gleichgerichtete Zucht diese immer wieder beschworenen Unterschiede längst eliminiert hat.

– Neulich hatte ich das Vergnügen, zwei „Neuimkern“ zuzuhören, die im Brustton der Überzeugung über ihr „alten Kollegen“ schimpften, die nicht bereit seien dem Fortschritt zu folgen und zu Buckfast in Großraumbeuten überzugehen.

Dabei sollte man vielleicht einmal bedenken, dass sich mit der Carnica ein über Jahrhunderttausende gefestigter Genpool verbindet. –

Nun aber weiter zu deinen Fragen!

Ich suche immer die kurze Trachtlücke nach dem Abblühen des Weißdorns zu nutzen. Die in diesem Jahr einsetzende Schlechtwetterperiode am Ende der Weißdornblüte war besonders günstig. Die Bienen konnten einige Tage nur wenig ausfliege und ergo wenig eintragen, was den Stockbienen Zeit gab, den Honig trockener zu machen. Als dann für den nächsten Tag Flugwetter in Aussicht war, habe ich abends die Bienenfluchten eingelegt und am Morgen bei Sonnenschein mit der Schleuderung begonnen. Nicht immer ist es so ideal.

Bei 16/17 % hättest du die Waben auch bei unzureichender Verdeckelung schleudern können. Jetzt musst du warten, bis die Robinie abgeblüht ist. Oder du schleuderst zusammen mit der Lindentracht. Die Linde wird wahrscheinlich in diesem Jahr Ende Juni verblüht sein. Man wird sehen!

Die unzureichende Verdeckelung kann verschiedene Ursachen haben. Volksstärke und Größe des Honigraums müssen im Gleichgewicht sein, auch wenn man grundsätzlich nicht ängstlich bei der Erweiterung sein soll. Das Trachtangebot spielt da ja auch eine entscheidende Rolle. Da wirst du sicher noch Erfahrung sammeln müssen. Ich erweitere erst, wenn ich sehe, dass die letzte Mittelwand im ersten Honigraum ausgebaut ist und die Bienen mit dem Eintrag von Nektar in dieser Wabe beginnen – siehe dazu auch Zitat „Schundau“ unten.

Krabbler! Ein weites Feld! Für Maikrankheit war es eigentlich zu feucht. Verstopfung könnte aber doch eine Ursache sein. Da du von Jungbienen sprichst, könnten es durchaus Varroa/Virenschädigungen sein. Der Windeltest wird dir Aufschluss bringen.

Der Überzug bei schlüpfenden Jungbienen ist normal. Das sind Reste der Nymphenhautauskleidung. Aus der Entfernung kann ich natürlich nichts Endgültiges sagen.

 

Herzliche Grüße 

He.

 

Zitat aus „So gewinnen und behandeln wir unseren Honig“ von W. u. H. Schundau:

„Einhergehend mit der Verbreitung der Magazinbeuten ist eine Zunahme des Wassergehalts im Honig zu beobachten gewesen. Bei Marktkontrollen wurden des öfteren Wassergehalte bis an die 22 % gemessen. Der Magazinimker neigt dazu, seinen Völkern reichlich Raum zu geben, einmal um dem Aufkommen des Schwarmtriebs vorzubeugen und zum anderen um leere Zellen für die Nektarablagerung an guten Trachttagen bereitzustellen. Wenn die Räume aber nur schwach mit Bienen besiedelt sind, fehlt es an Wärme und der Honig kann nicht richtig reif werden. Selbst verdeckelter Honig zieht unter solchen Umständen wieder Feuchtigkeit aus der Luft an. Der Raum muß daher unbedingt an die Volksstärke angepaßt werden. Der Honigraum darf gerade nur so groß sein, daß er bis zum Ende der Tracht sowohl den fertigen Honig als auch den durch das Brutnest nach oben gelangenden halbreifen Honig aufnehmen kann. (S. 7 f)“

 

Das Lesen und die Anschaffung dieser Broschüre kann ich nur empfehlen. Sie wurde 1996 herausgegeben vom Landesverband Schleswig-Holsteiner und Hamburger Imker e.V., Hamburger Str. 109, 23795 Bad Segeberg.

Das Büchlein kostet 2,50 €. Ich fand es im Imkerhandelsgeschäft bei Geller in Euchen.





Merkstein, den 21.03.14

 

Liebe Imkerfreundinnen und -freunde,

 

nun haben wir auch kalendarisch Frühling. Die Natur ist in diesem Jahr schon sehr fortgeschritten. Der Spitzahorn (Acer platanoides) blüht, vereinzelte Rapsblüten beobachtete ich schon in der letzten Woche. Gleiches gilt für die Wildkirsche. Heute sehen die Rapsfelder in meiner Ortslage (Wü.-Euchen) schon gelb getupft aus, auch wenn man die hier und da eingesprenkelten Senfirrläufer, die den ganzen Winter blühten, abzieht. Das früheste Exemplar Wildkirsche in der Nähe meines Standes blüht an einem Zweig. Die Schlehe und die Kirschpflaumen stehen in Vollblüte. Im Garten unseres Nachbarn haben sich die ersten Blüten von Oullins-Reineclaude geöffnet (Abb. 5). Der Tisch ist gedeckt. Die Völker haben die Salweidenblüte sehr gut nutzen können. Ich stellte bei einer Durchsicht am gestrigen Tag fest, dass sehr viel Pollen eingetragen wurde und auch inzwischen ordentlich Nektar hereinkam. Es ist schon einiges an frisch verdeckeltem Honig vorhanden (Abb. 1). Wer noch zu viel Winterfutter (Abb. 3) in den Völkern hat, wird schon mit der Unterscheidung Schwierigkeiten bekommen, vor allem mit den geöffneten Winterfutterflächen (Abb. 2). Es besteht ja auch immer die Gefahr, dass von hier Anteile umgetragen werden und den Honig verfälschen. Es verstößt gegen die Honigverordnung, wenn solche Ware in den Verkehr, sprich Verkauf, gebracht wird. Der natürliche Saccharoseanteil am Zuckerspektrum des Honigs ist gering.


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Abb. 1: oben im Bild, verdeckelte Honigzellen, unten Brutzellen

(Arbeiterinnenzellen)


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Abb. 2: – schon schwieriger! – oben eindeutig Winterfutter, Mitte und unten sicher teils Winterfutter, Es könnte aber auch schon frisch aufgetragener Nektar bzw. Honig beigemischt sein. Solche Waben gehören keinesfalls in die Schleuderung!


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Abb. 3: eindeutig Winterfutter 


Das ist kein Schimmel, sondern Oxydation an der Oberfläche der Verdeckelungsschicht auf einer Futterwabe im Nachwinter, Deckel geschrumpft


eindeutig verschimmelte Wabe


Windel nach einem guten Trachttag – Pollen, Wachsschuppen, Verdeckelungsschrot

 

Meine stärkeren Völker haben inzwischen alle den ersten Honigraum und den Baurahmen. Jedes Volk baut jetzt auch schon das zweite Paar Mittelwände im Brutraum aus – vor und hinter oder rechts und links vom Brutnest, vor der Futterreserve (Trogbeuten, Warmbau). In die Honigräume gebe ich überwiegend ausgebaute Waben, solange der Vorrat reicht. Mittelwände hänge ich eher brutnestferner ein. Mittelwände und ausgebaute Waben werden nicht im Wechsel gesetzt. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Waben ungleichmäßig ausgebaut und unregelmäßig dick mit Honig gefüllt werden, was die Ernte erschwert.

Vor dem Fenster ist ein Schauer im Gange, und es weht heftig. Das freut mich! Den Regen brauchen wir dringend. Ein paar Tage ohne oder mit geringem Flug können die Bienen zur Aufbereitung des eingetragenen Nektars nutzen.

Wenn ich in den Brutnestern die ausgedehnten Flächen mit verdeckelter Brut sehe, kann ich abschätzen, dass die Völker in naher Zukunft heftig anschwellen werden.

 

Herzliche Grüße                                                                Heribert


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Abb. 5: Das Märzveilchen (Viola odorata) blüht schon länger


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Abb. 5: Oullins frühe Reinclaude blüht seit 20. oder 21 .03.2014, Unterlage Kirschpflaume (Prunus cerasifera), früher Blühzeitpunkt!


Merkstein, den 02.03.2014


Liebe Imkerinnen, liebe Imker aufgepasst!


In unserem Bereich hat die Salweidenblüte begonnen! Schon in der letzten Woche blühte ein einzelnes Exemplar. Am 01.03. sah ich bei einer Fahrt zwischen Kohlscheid und Würselen–Euchen an den unterschiedlichsten Stellen vereinzelt blühende Salweiden, sowohl männliche (gelb), als auch weibliche (grünlich). Die Kirschpflaume blüht ebenfalls jetzt allgemein.

Gestern trugen die Bienen über Mittag reichlich Salweidenpollen und Nektar ein. Das wird heute nicht anders sein. Jetzt ist der Imker gefordert.

Was dann zu tun ist, findet die Imkerin /der Imker unter dem Menüpunkt Imkerliche Praxis / März Anfang / April.


Hier noch etwas Phänologisches: Kalendarisch sind wir noch im Winter, phänologisch aber schon im Vorfrühling. Mehr dazu findet ihr unter dem Menüpunkt Fachbegriffe / Der Phänokalender.

So sieht es nach meiner Datensammlung im Vergleich von 2013 zu 2014 aus. Die Werte stammen in der Regel aus meinem engeren Umfeld, Ausnahmen sind angemerkt.


Gruß, Heribert


11.02.14

04.03.13

Schneeglöckchen – Galanthus nivalis

11.02.14 beflogen

11.02.14

04.03.13

Nieswurz – Helleborus foetidus

15.02.14 beflogen

11.02.14

06.03.13

Kornelkirsche – Cornus mas


16.02.14


Salweide – Salix caprea mas

Einzelexemplar

20.02.14


Persischer Ehrenpreis – Veronica persica *


20.02.13

05.03.13

Krokus, hier vor allem Crocus tommasianus


20.02.14


Kirschpflaume – Prunus cerasifera

Einzelexemplar

23.02.14

26.03.13

Eibe – Taxus baccata

23.02.14 beflogen, 1 Biene

24.02.14


Kraniche


02.03.14

15.04.13

Kirschpflaume

in weiterer Umgebung viele Ex. blühend

02.03.14

06.04.13

Salweide – Salix caprea mas et femina

in weiterer Umgebung einzelne Ex.

02.03.14

16.04.13

Löwenzahn – Taraxacum off., Agg.**

1 Ex.

04.03.14


Prunus spinosa

Blühbeginn


* V. p. hat eine weite Blühphase. Wenn es das Wetter zulässt, blüht die Pflanze von I bis X.

**  für T. off. Agg. gilt wie *, aspektbildend Ende IV – V



Merkstein, den 28.02.2014

Liebe Imkerinnen, liebe Imker,

in unseren Gedanken sind wir doch meist schon bei der Frühtracht. Mancher macht sich Sorgen: “Sind meine Völker Mitte April, wenn die Obstblüte einsetzt, stark genug?“ Er schaut vielleicht mal in das eine und andere Volk und stellt fest, die Brutnester sind mehr oder weniger klein, je nach Volksstärke – aber vor allem klein!
Der Bien tickt anders. Ihm ist unsere Frühtracht schnurz! Millionen Jahre Evolution haben ihn ein Verhalten erwerben lassen, dass dem Überleben dient.
Die anhaltend eher kühle Temperatur signalisiert ihm, seine Ressourcen zu schonen.
Die Wintervorräte gehen zur Neige, die Winterbienen nähern sich ihrem Ende. Brut kostet aber Bienenkraft und Nahrung. Der Bien hat auch noch nicht wirklich Eile. Sein Entwicklungszyklus geht bis zum Herbst. Er brauch nicht wirklich bis Ende Mai zwei oder drei Zargen mit Honig zu füllen. Das will der Mensch, der hinter der Kiste steht.
Gegenwärtig sind im Brutnest viele freie Zellen. Das ist gut so! Sollte in der Salweidenblüte, die nicht mehr fern ist, das Wetter mitspielen und die Bienen viel frischen Pollen eintragen, „explodiert“ die Brutfläche. Erinnern wir uns: Eine Zanderwabe hat etwas mehr als 6000 Zellen insgesamt, eine gesunde Königin kann bis zu 2000 Eier pro Tag legen. Theoretisch könnte sie in drei Tagen die Wabe fast füllen. Das wird sie natürlich nicht tun. Sie wird im Anfang auch nicht ans Limit gehen. Selbst das schönste Brutbrett reicht nicht bis zum Rand der Wabe. Das Brutnest ist ein flach gedrückter Ball, in etwa, wegen der flachrechteckigen Rähmchen.
Pollen- und Nektarangebot sind die Initialzündung für die Ausdehnung des Brutnestes. Stark ausgewinterte Völker können sehr schnell sehr stark werden.
Darauf hat der Imker natürlich Einfluss. Wer im Sommer und Herbst die Varroa durch sachgemäße Behandlung stark reduzieren konnte, auch die Winterbehandlung nicht vergaß und starke Völker einwinterte, kann jetzt hoffen.
Auch im Frühjahr lassen sich Völker verstärken, wenn man denn kleinere Reservevölker durch den Winter gebracht hat. Gute, überzählig gewordene Königinnen helfen vielleicht einer Kollegin, einem Kollegen weiter, die/der ein Problem hat.

Übrigens, an geschützten Stellen blüht hier (Wü.-Euchen, 170 m ü. NN) das März- oder Wohlriechende Veilchen – Viola odorata (2013 am 10.04., allerdings an normalen Wald- und Wiesenstandorten, was einen direkten Vergleich natürlich nicht zulässt, nur eine Tendenz verdeutlicht


Gruß, Heribert


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Abb.: Hummel an Nieswurz


Merkstein, den 25.02.2014


Liebe Imkerinnen, liebe Imker,

Mathis bricht ’s Is, hot ar kuis, macht ar uis! – altes Wissen aus dem Allemannischen zum 24.02.
Gegenwärtig sind wir in einem Schwebezustand zwischen Winterausgang und Vorfrühling und noch lange nicht auf der sicheren Seite, was den Frost betrifft.
Gestern hörte ich frühnachmittags den Ruf der Kraniche. Die Vegetation ist deutlich weiter als im Vorjahr. Gegen Mittag ist es heute 12° warm. In der Sonne vor der Flugfront verzeichne ich heftiges Vorspiel.
In der näheren und ferneren Umgebung blühen Schneeglöckchen, Krokusse, Winterheide, Christrose und Nieswurz in den Vorgärten. Im Gehölz leuchtet gelb die Kornelkirsche seit geraumer Zeit und jetzt blüht auch seit einigen Tagen eine sehr geschützt stehende Kirschpflaume – dazu stäuben Schwarzerle und Eibe. Auf den Äckern steht hier und da noch Senf vom Herbst, der in diesem Jahr nicht zurückgefroren ist. Der Tisch wäre gedeckt! Aber...
Die Bienen tragen Pollen, sicher auch Nektar ein, wagen sich eher vorsichtig nach draußen – im Gegensatz zu den Erdhummelköniginnen, die schon intensiv nach einem Nistplatz suchen und auch bei Blütenbesuchen zu beobachten sind. Für unsere Bienen ist es fast immer um einige Grade zu frisch. Gestern sammelte ich zwei verklammte Sammlerinnen auf und trug sie fünfzig Meter weiter zum Bienenstand. Nach kurzem Aufwärmen in meiner Hand, flogen sie ab und verschwanden in den Fluglöchern.
Ebenfalls gestern überprüfte ich ein weiteres Volk (im Bienenhaus!). Keine verschimmelten Waben, zwei tote Bienen auf dem Gitterboden, sonst alles blitzsauber, keine Verkotung, noch genügend Futter – was will man mehr. In der unteren Zarge fand ich die Königin und ein kleines Brutnest in einer Wabengasse – Stifte, offene und verschlossene Brut und eine schlüpfende Jungbiene. So ein Brutansatz wird den Abgang der Winterbienen gegenwärtig nicht ausgleichen. Vermutlich schrumpfen die Völker noch.
In dieser Situation ist die Gefahr gering, dass Nosemose bzw. Amöbenruhr sich ausbreiten. Selbst kleine Völker kommen im Moment gut zurecht.

Die Abbildung unten zeigt eine Pollensammlerin an einer Eibe vor unserem Haus.
Das Foto machte ich am 13.04.2013. Heute haben wir den 24.02.! Seit letzter Woche stäubt dieselbe Eibe schon. Ich sah auch dieser Tage einmal eine einsame Sammlerin, bis jetzt allerdings nicht wieder.


Gruß Heribert


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Pollensammlerin an Eibe – Taxus baccata

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Erdhummel



Merkstein, den 20.02.2014



Liebe Imkerinnen und Imker,



es sieht gut aus, wie mir scheint. Heute gegen Mittag war es hier, Wü.-Euchen, während sonniger Phasen zwischen 12,5 und 13°. Trotz etwas scharfen Windes waren die Völker mobil. An Schneeglöckchen, Krokussen, die jetzt auch hier erblüht sind, beobachtete ich vereinzelt Sammlerinnen. Sehr stark beflogen wurde im Vormittag der Winterschneeball. Er blüht immer noch sehr stark, obwohl er schon im November begann. In dieser Winterperiode nahmen die Blüten kaum Schaden.
In der noch tristen Winterlandschaft werden die Bienen von der leuchtend weißrosa Farbe und dem starken Duft angezogen, den die Blüten bieten.
In unserer Hauswiese stäuben die Schwarzerlen und blüht die Kornelkirsche. Was die Bienen heute nicht interessierte. Wahrscheinlich war es der scharfe Wind, der die Bienen an sonnigen Stellen in Bodennähe bleiben ließ. Die Salweiden schimmern schon silbrig. Wenn ich die Blühdaten von diesem und dem letzten Jahr vergleiche, stelle ich fest, dass die Natur etwa vierzehn Tage weiter ist.

Die Wetterprognosen zeigen, mit einigen leichten Ausreißern nach oben, durchweg Werte um bzw. unter 10°, was eine verhaltene Entwicklung erwarten lässt. Anfang März soll es gar kühler werden.

Bei einer Stichprobe (12,5°, mittags kurzzeitig) fand ich heute in einem meiner mittelstarken Völker (lockere Kugel auf 6 Wabengassen) nur ein kleines Brutnest vor.
Brutumfang und Futterverzehr scheinen bei dieser Witterung nun doch nur langsam zuzunehmen. Das kann sich bei höheren Temperaturen sicher rasch ändern.

Was jetzt zu tun ist, Acht zu geben, dass die Völker genügend Futter haben. Wie man das macht, steht im Menü bei „Imkerliche Praxis“ für Jan./Feb. und/oder Feb./März.



Liebe Grüße

Heribert

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Abb. links: Winterschneeball – Viburnum bodnantense, vermutlich die Sorte Dawn; Abb.: rechts, im Frühjahr blühender Krokus – Crocus tommasianus; beide Fotos sind ganz aktuell, nämlich von heute (20.02.)

Crocus tommasianus ist die Sorte zum Verwildern am Gebüschrand und unter Bäumen. Sie vermehrt sich willig, auch ohne Zutun.



Merkstein, den 16.02.2014



Ein paar Zeilen an die Besucher dieser Seiten



Liebe Nutzer,

alles hat zwei Seiten! Ich brach mir kurz vor Weihnachten den Fuß, wurde am 27.12.2013 operiert und am Silvestertag nach Hause entlassen. Seitdem friste ich ein mehr oder weniger „sitzendes“ Dasei. Sehr lästig einerseits, andererseits nicht schlecht, bot und bietet die Situation doch Gelegenheit, das zu tun, was lange liegenblieb und vom Stuhl her erledigt werden kann.
Es war schon länger klar, dass insbesondere der Menüpunkt „Imkerliche Praxis“ Aktualisierung erforderte.
Natürlich ist alles, was auf diesen Seiten erscheint, auch die Quintessenz aus dreißig Jahren eigenen imkerlichen Tuns, aber auch aus Wissen, das in Weiterbildungsveranstaltungen, in Fachzeitschriften, im Internet und in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen gesammelt und kritisch gesichtet wurde. Ganz wichtig und hilfreich war mir dabei die Diskussion der Texte mit meinen Vereinskolleginnen und -kollegen.
In besonderer Weise haben mir dabei meine Imkerfreunde Johannes Billmann und Dietmar Bothe geholfen. Dank gebührt auch meiner Frau, die alle Texte sehr kritisch redigiert und auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik überprüft hat.
So hoffe ich, dass die Texte zum Stand Februar 2014 fachlich auf der Höhe der Zeit sind.
Sie wurden auch untersucht, vor allem in Hinblick auf Verständlichkeit und Praktikabilität der Handlungsvorschläge für Imkerinnen und Imker, die noch in der Einarbeitungsphase sind.
Ich bin mir bewusst, dass man auch anderer Meinung sein kann und ich übermorgen beim Lesen schon wieder denke, dass man die eine oder andere Passage besser anders formuliert hätte.
Jetzt muss es aber eine Weile so bleiben, weil ich seit heute Morgen ohne Krücken und Fußschutz laufe und ich mich nun zunehmend wieder um Haus und Hof kümmern werde und muss.


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Nieswurz – Helleborus foetidus und Schneeglöckchen – Galanthus nivalis


Gestern habe ich eine erste vorsichtige Kontrolle der Völker vorgenommen (13°C).
Fazit: Sie leben, haben genügend Futter, tragen Pollen ein (Brut) und zeigen keine Krankheitsanzeichen – erhöhter Totenfall oder verkotete Flugbretter etwa. Bei mir beobachte ich Flug auf Christrose ( Helleborus niger und H. foetidus), Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Schneeheide (Erica carnea), Kornelkirsche (Cornus mas) und Schwarzerle (Alnus glutinosa). Sicher wird auch der Krokus beflogen, wo er blüht. In unserem Garten ist er noch nicht so weit.

Vergleiche ich die Blühdaten des letzten, sehr ungünstigen Jahres mit den diesjährigen, zeigt sich, dass die Vegetation ca. zwei Wochen weiter ist.



Herzliche Grüße

H. Kaußen


Merkstein, den 26.01.2014


Liebe Imkerkolleginnen und -kollegen,

seit einer Pause von 5/13 melde ich mich einmal wieder mit einigen Informationen, welche gerade im Nachwinter und Erstfrühling von Interesse sind, diesmal zum Futterverbrauch.

So las ich im Info.-Brief Bienen@Imkerei 01/2014, S. 1, dass derzeit (Jan.) einräumige, kleine Völker etwa 100 g pro Tag zehren. Mayen geht davon aus, dass eine zugehängte volle Futterwabe maximal 14 Tage reicht ( DNW: 1600 bis 2000 g, ZW: 2000 bis 2500 g, Dadant: 3000 bis 3500 g gefüllte bis max. gefüllte Wabe). Eine maximal gefüllte Wabe kann bis zu 350 g auf einem Quadrat von 10 cm Kantenlänge Honig/Futter (beidseitig gerechnet) fassen.

Hier ist sicher auch zu sehen, dass mit aufsteigender Brutkurve der Futterverbrauch zunimmt.

Dr. Liebig schreibt generell zur Winterzehrung in seinem Buch „Einfach imkern“, 3. Auflage 2011, S. 103:

in 9 u. 10, nach Auffüttern wird ein Volk, je nach Stärke u. Witterung, 4 bis 8 kg leichter,

in 11, 12, 1 braucht ein Volk je 1 kg pro Monat,

in 2, einsetzendes Brutgeschäft, 1bis 2 kg,

in 3 bis 4, Verzehr zwischen 3 und 5 kg je Monat (eventuell schon Nektar und Polleneintrag).

Gesamtverbrauch zwischen 14 und 23 kg, abhängig von Höhenlage, Mikroklima und Trachtsituation


Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Internet-Seite des Kreisimkervereins Ennepe-Ruhr:

www.kiv-en.de

besonders dort

www.kiv-en.de/lehrbienenzentrum-witten-hohenstein/2013-06-23-11-54-10

In Witten-Hohenstein steht auf dem Bienenstand ein Volk auf der Waage und der tägliche Futterverbrauch ist aus dem Netz in einer Tabelle abzulesen. Die Aufzeichnung umfasst etwa den Zeitraum eines Monats. Die Übersicht weist für den Zeitraum vom 29.12.13 bis 25.01.14 einen durchschnittlichen täglichen Futterverzehr von 70 g/Tag aus.

Wer ausreichend eingefüttert hat, kann sich auf eine Kontrolle ab und an beschränken: Sind die Fluglöcher offen? Ist kein Specht unterwegs? Sind die Völker ruhig?

Die folgende Internet-Quelle gibt Auskunft, wenn man doch notfüttern muss:

http://www.ruhrstadt-imker.de/downloads/13_3-fuettern-von-unten.pdf

Bei milden Wetterphasen suchen die Bienen schon einmal ihr Revier ab. Sie lassen sich vereinzelt an Haseln und den anderen Winterblühern beobachten – Winterschneeball z. B.


Viel Erfolg mit der Imkerei im neuen Jahr!


Herzliche Grüße Heribert

 

27.01.2014

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

heute fand ich in meiner E-Mail-Post einen interessanten Vergleich zu Varroa-Toleranz-Zuchtstrategien in den USA und in Europa. Unter anderem war da auch eine Adresse aus Österreich angegeben, die vielversprechend schien. Tatsächlich hatte ich von der Arbeit dieses Imkers bisher noch nichts gehört. Es lohnt sich aber, wie mir scheint, die Arbeit dieses Mannes zur Kenntnis zu nehmen. Ihr findet ihn unter

www.voralpenhonig.at

Nicht selten stellte ich in der Vergangenheit fest, dass unter den Varroen, die ich im Gemüll fand, solche waren, deren Rückenschild eine Kerbe aufwies. Ich vermute, dass diese Verletzungen Spuren der Mandibeln sind. Es stellt sich die Frage, wurden diese Kerben den Varroen beim Säubern der Zellen zugefügt oder/und stammen sie von Zugriffen auf Milben, die im Stock herumwanderten bzw. auf den Bienen saßen? Leider habe ich bisher nicht überprüft, ob die solcherart geschädigten Milben auch Verletzungen an den Gliedmaßen aufwiesen. Bekannt ist, dass es solche Erscheinungen in Völkern der A. m. intermissa Sahariensis sowie bei A. m. scutellata und den mit ihr verkreuzten Populationen der
Brasilianischen Bienen gibt.
Von Apis cerana, der Art, von der V. destructor auf die Westliche Honigbiene übergegangen ist, wird dies auch berichtet.
A. cerana ist kleiner als A. mellifera. In A. cerana-Völkern schmarotzt die Varroa fast ausschließlich in der Drohnenbrut. Die Zellen der Ceranadrohnen entsprechen so ziemlich dem Maß der Zellen in, denen bei A. mellifera die Arbeiterinnen heranwachsen.
Das ist der Hintergrund für die Versuche, auch bei A. mellifera kleinere Zellbildung zu bewirken (5,4 heute, zu 5,1 und sogar 4,9 [Arizona]).
Über Einkreuzen von A.m. monticola in A. m. mellifera sucht man eine um einen Tag (Drohnen 2 Tage) kürzere Entwicklungszeit zu erzielen, was natürlich die Varroa in ziemliche Bedrängnis bringen würde
(siehe dazu auch Fachbegriffe: Bienenrassen)

Herzliche Grüße

Heribert

 

vom Tage 13.5.2013

Euchen, den 13.05.2013

 

Liebe Imkerfreunde,

 

nun machen uns unsere Damen ordentlich Dampf. Ich musste bei einem Volk schon die Notbremse ziehen.

Aber der Reihe nach!

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Würselen-Euchen (171 m NN), den 21.04.2013


Liebe Imkerfreunde,

dieser Tage brachte der WDR in seiner Aktuellen Stunde einen Beitrag zur Situation der Bienenvölker in diesem Frühjahr. Es war wieder einmal etwas pauschal vom Völkersterben die Rede. Gezeigt wurde eine proppere Imkerin, natürlich in voller Kampfmontur, die bedauernd feststellte, dass ihr eines von den am Stand befindlichen vier Völkern verhungert war.

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Würselen-Euchen (171 m NN), den 17.04.2013


Liebe Imkerfreunde,

jeden Tag blühen neue Trachtpflanzen auf. Den Anfang machte in der letzten Woche die Salweide, gefolgt von Kirschpflaume und gestern den ersten Blüten der Schlehe. Die Völker sammeln, was das Zeug hält.


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Winter im Frühling


Würselen-Euchen, den 07. April 2013


Liebe Imkerfreunde,

Anfang März (04. bis 10.03.) beobachtete ich meine Bienen beim Sammeln an Schneeglöckchen, Krokus, Kornelkirsche, Hasel, Schwarzerle und Schneeheide.

Dann kam der Winter zurück und hatte uns faktisch bis zum gestrigen Tag im Griff.

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Euchen, den 21.03.2013


"Notfütterung?"

 

Die Sonne hat den Äquator überschritten und wandert auf uns zu! Aber...

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Euchen, den 18.03.2013


"Frühling?"


Liebe Imkerfeunde,

das Frühjahr lässt auf sich warten. Wie es aussieht, wird auch die letzte Märzdekade den Imkern kaum Freude bereiten. Nach meinen langjährigen phänologischen Aufzeichnungen blüht die Salweide frühstens am 08.03. (2007), die späteste Eintragung datiert vom 31.03. (2006). Im Schnitt blüht die Salweide um den 20.03. In diesem Jahr scheint es spät zu werden.

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Euchen, den 18.03.2013


Nachtrag zu Resümee Oxalsäurebehandlung 2012/13

Zwischen dem 04.02. und dem 17.03.2013 (45 Tage) fielen in Volk 1 total 1 Varroe (ø 0,02 Va./Tg), Vo. 2 total 9 Va. (ø 0,2 Va./Tg.), Vo. 3 total 14 Va. (ø 0,3 Va./Tg.). Das ist eine verträgliche Belastung für die neue Saison (Grenzwert: ø < 0,5/Tg Va. Totenfall).


 

Euchen, den 12.02.2013

Liebe Imkerfreunde,

Zeit, ein Resümee der Oxalsäurebehandlung 2012/2013 zu ziehen.

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Wissenschaft und Praxis - ein Erfahrungsbericht


Roetgen, 16.2.2013


Liebe Imkerfreunde,

heute habe ich die Temperatur "in" den Völkern gemessen, mit einem ausgeliehenen "Fernthermometer" wie im Artikel "Infrarot-Scanner zeigt Brut an“ in der ADIZ 1/2013 beschrieben!

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